150 Jahre Zoo Hannover: Ausstellung zeigt Zoo-Geschichte

Foto: Erlebniszoo Hannover

Foto: Erlebniszoo Hannover

Am 4. Mai ist der Zoo in Hannover 150 Jahre alt geworden. Was in 150 Jahren Zoogeschichte passiert ist, wie sich die Tierhaltung und das Verhältnis von Mensch und Tier verändert hat, welche Fortschritte die Tiermedizin gemacht hat, welche Gebäude und Baustile es gab und wie sich der Erlebnis-Zoo weiter entwickeln wird, verrät die am 8. Juni eröffnete Ausstellung „Von Bären und Bürgern – Zoo gestern, heute, morgen“ im Erlebnis-Zoo.
33 großflächige Tafeln, Exponate in sechs Vitrinen von alten Zooführern bis zum Stethoskop aus der Tierarztpraxis, alte Zoopläne, Gehege-Modelle und Tiertransportkisten geben einen informativen Einblick in die Zoogeschichte und die Entwicklung der Tierhaltung.

Der Titel der Ausstellung greift die Gründungsidee und die Schwierigkeiten der Anfangszeit auf. In den 1860er Jahren setzten sich bildungsinteressierte Bürger für die Gründung eines Zoos in Hannover ein: Ein Zoo von Bürgern für Bürger. Die gerahmte Aktie von 1866 – eine Leihgabe der Börse Hannover – zeigt die gewählte Rechtsform, die die Gründerjahre prägte: Die „Actien-Gesellschaft des zoologischen Garten zu Hannover“ sollte Bildung und Erholung fördern und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. König Georg V. sagte keine finanzielle Unterstützung zu, versprach den Bürgern aber zwei Bären zur Zoogründung und schickte „Butz & Petz“ 1863 nach Hannover – zwei Jahre vor Zoo-Öffnung.

Die Ausstellung zeigt die Chronik der Zoobauten, den Wandel von der romantischen zur funktionalen und schließlich thematisieren Zoogestaltung, zeigt den Zoo als Schaufenster der Alfelder Tierhandlung Ruhe, erklärt das „hannoversche Grabenprinzip“ und erinnert an tierische Persönlichkeiten wie Pinguin Käpt’n Flint, Elefant Jenny, Giraffe Retsch und Seelöwe Flosse.

„Der Zoo in Hannover hat sich in seiner 150jährigen Geschichte stark verändert, musste sich manches Mal neu erfinden – und doch ist er seinen Werten immer treu geblieben“, erklärte Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff bei der Ausstellungseröffnung im Prunksaal des Maharadscha. Schon immer wollte der Zoo Menschen jeden Alters und Bildungsgrades erreichen, sie begeistern, ihnen die Vielfalt und Schönheit der Natur nahebringen. „Bildung bleibt somit – neben der Naherholung – Schwerpunkt unserer Arbeit“, so Casdorff, „wir möchten für den Erhalt der faszinierenden Tierarten und Lebensräume werben.“

Dementsprechend informiert die Ausstellung nicht nur über die Zoogeschichte, sondern auch über moderne Artenschutzprojekte, Zuchtbücher, den weltweiten Tieraustausch zwischen den gut vernetzten Zoos, die tierische Bandbreite der veterinärmedizinischen Behandlungen, tiermedizinisches Training und Tierbeschäftigung.

„Die Ausstellung hat das Zoo-Team in Eigenarbeit zusammengestellt, jeder hat etwas beigesteuert – alte Zeitungsausschnitte, antike Zooführer, Erinnerungen“, so Casdorff. Unterstützt wurde der Erlebnis-Zoo vom privaten Archiv Alt Alfeld, aus dem viele Bilder sowie der Film aus der Ära Ruhe stammen, vom Kulturamt der Stadt Alfeld, das bei der Recherche half und alte Gehegemodelle zur Verfügung stellte, sowie dem Verein der Zoofreunde Hannover, der das Zooteam mit Bildern, Zooführern und alter Gehege-Beschilderung versorgte. Viele der gezeigten tierärztlichen Instrumente stammen von der Rinderklinik der Stiftung Tierärztliche Hochschule, die Vitrinen wiederum stellten das Landesmuseum und die Galeria Kaufhof An der Marktkirche zu Verfügung.

Die Ausstellung „Von Bären und Bürgern“ ist die erste von insgesamt fünf Ausstellungen, die im Rahmen des Jubiläumsprogramms im Erlebnis-Zoo zu sehen sein werden. Von „Bären und Bürgern“ ist bis zum 21. Juni täglich von 11-17 Uhr im Prunksaal des Maharadschas im Dschungelpalast zu sehen.

Quelle: PM Erlebniszoo Hannover