20 Flamingoküken und 55 Jahre Flamingozucht im Zoo Basel

Flamingoküken im Zoo Basel – Foto: Zoo Basel

20 Rosa-Flamingoküken sind zurzeit im Zoo Basel zu beobachten. Das erste Junge ist am 19. Mai geschlüpft, das letzte am 20. Juni. Vor 55 Jahren schlüpfte im Zoo Basel der erste Chilenische Flamingo in einem europäischen Zoo. Im Jahr darauf folgten ihm zwei Rosa-Flamingos als Weltpremiere. Seither hat sich die Flamingozucht im Zolli etabliert und seit 20 Jahren wachsen fast jedes Jahr 20 – 27 Junge auf.
Die Küken sammeln sich jetzt im ‚Kindergarten‘. In der Natur können solche Ansammlungen hunderte oder tausende Junge umfassen. Die Elternvögel erkennen ihr eigenes Junges an den Lautäußerungen; sie übernehmen weiter die Fütterung, bis das Junge im Alter von zehn bis zwölf Wochen selbständig fressen kann und nicht mehr auf die ‚Milch‘ angewiesen ist. Dies ist ein Sekret aus der Speiseröhre, das die Eltern an das Junge verfüttern.

Flamingos können ausbleichen
Auch in der Natur können die Flamingos Saison um Saison brüten wie im Zoo, allerdings sind dort konstant günstige Brut- und Nahrungsbedingungen eher selten. Bleiche Altvögel oder solche mit weißen Flecken in den kräftig roten Flügeldecken verraten, ob sie bei der letzten Brut erfolgreich dabei waren, denn die für die Rotfärbung verantwortlichen Carotinoide gehen in den Futtersaft und fehlen den Eltern beim Aufbau der neuen, eigentlich roten Federn.

Über hundert Flamingos
Die Gruppe im Zoo Basel bestand zeitweise aus allen sechs Flamingoarten. Um unerwünschte Kreuzungen zu vermeiden, entschied man sich in den frühen 1980-er Jahren für die altweltlichen Rosaflamingos. 1991 zogen die Flamingos auf die aktuelle Anlage auf der Festmatte. Die meisten Jungen werden heute weggegeben und geeignete Fremdvögel dazu erworben. Die Kolonie besteht aktuell aus 55 Männchen, 53 Weibchen und 20 Jungen. Die seit 1958 von Adelheid Studer-Thiersch im Zoo Basel durchgeführte Flamingoforschung machte diesen zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum für Flamingos.

An unwirtliche Umgebung angepasst
Sechs Flamingoarten gibt es auf der ganzen Welt, auf allen Kontinenten außer in Australien, der jedoch in früheren Erdzeitaltern auch von ihnen bewohnt war. Der Rosa-Flamingo, der im Zolli lebt, hat mit Europa, Asien und Afrika das grösste Verbreitungsgebiet. Die einst weite Verbreitung der Flamingos entsprach der weiteren Verbreitung ihres Lebensraumes, den Salzseen. Diese unwirtlichen Gewässer werden nur von wenigen, oft mikroskopisch kleinen Lebewesen bewohnt. Doch diese vermehren sich bei günstigen Bedingungen massenweise. Im Laufe von Jahrmillionen haben die Flamingos einen Filterschnabel entwickelt, mit dem sie diese reiche Nahrungsquelle nutzen können.

Quelle: PM Zoo Basel