600 Familien erleben unvergesslichen Abend in der Wilhelma

Foto: Wilhelma

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Mit leuchtenden Augen hunderter Kinder ist am Freitag die 7. Dreamnight in der Wilhelma traumhaft zu Ende gegangen. Es war ein außergewöhnlicher Sommerabend. Meist kehrt Ruhe ein zwischen den Blumenbeeten und Tiergehegen des Zoologisch-Botanischen Gartens, wenn die Wilhelma abends ihre Tore schließt. Nicht so an diesem Freitag. Als die Mitarbeiter der Wilhelma nach ihrem Dienst ausstempelten, begann für viele von ihnen die zweite Schicht – ehrenamtlich. Jetzt sorgte ein ungewohnter Rhythmus für abendliche Lebendigkeit bei der Benefizveranstaltung für Kinder mit Behinderungen oder schweren chronischen Erkrankungen. Von Trommelwirbeln umrahmt, die den 600 jungen Gästen und ihren Familien einen schwungvollen Empfang bereiteten und auch noch die Feuershow am Schluss begleiteten, gab es von 18 bis 22 Uhr vier besondere Stunden zu erleben.

25 Stationen luden zum Mitmachen ein: Hier schwangen Kinder in der zehn Meter hohen Rollstuhlschaukel zwischen zwei der größten Bäume des Parks, dort streichelten Mädchen und Jungen Küken oder Karpfen und die Mutigen sogar Schlangen. Die geladenen Gäste packten auch beherzt mit an, wenn es darum ging, Futterboxen für Menschenaffen zu basteln, damit Gorilla & Co Abwechslung bei der Nahrungssuche haben. In der Krankenstation übten sie das Schießen mit dem Blasrohr, das sonst der Tierarzt nutzt, um kranken Tieren aus der Distanz Spritzen zu geben. Auch die Tiere selbst legten Überstunden für den guten Zweck ein: So ließen sich die Seelöwen ganz selbstlos auch abends noch einmal füttern, was zu einem lautstarken Spektakel wurde. Und das Elefantenbaden um 19 Uhr war für die Dickhäuter nach dem heißen Tag wohl eher eine willkommene Abkühlung als eine Pflichtaufgabe.

„Viele Rädchen müssen ineinandergreifen, damit so eine Großveranstaltung nach Dienstschluss gelingt“, sagte Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Es ist schon ein Kraftakt. Wir haben aber keine Not, ehrenamtliche Helfer und Sponsoren zu finden, um diesen Familien, die selbst ständig gefordert sind, einen unbeschwerten Abend in der Wilhelma bereiten zu können. Die ausgelassene Herzlichkeit dieses Abends ist uns ein großer Ansporn.“ Rund 80 Beschäftigte der Wilhelma und Mitglieder des Fördervereins sowie weitere 80 externe Helfer, verschiedene Künstler und Sponsoren haben sich nun schon zum siebten Mal in den Dienst der Sache gestellt. Entstanden ist die Idee zur Dreamnight 1996 im Zoo Rotterdam. Inzwischen beteiligen sich weltweit 270 Zoos: Laut den Organisatoren konnten so im Vorjahr mehr als 92.000 betroffene Familien in einen Zoo oder Tierpark eingeladen werden.

Sind Kinder chronisch krank oder haben sie eine Behinderung, fällt nicht nur der Alltag schwerer. Auch die Gestaltung der Freizeit leidet manchmal darunter. „Sie brauchen oft mehr Zeit und mehr Ruhe als andere“, sagte die Dreamnight-Koordinatorin der Wilhelma Stefanie Reska. „Damit die Kinder mit ihren Familien die Tiere und Pflanzen individuell nach ihren Interessen und Bedürfnissen erleben können, gehörte der Zoologisch-Botanische Garten an diesem Abend exklusiv dem überschaubaren Kreis der eingeladenen Gäste.“ Die Einladungsliste stimmt die Wilhelma jedes Mal neu ab mit dem Stuttgarter Olga-Kinderhospital, Kinderhospizen und rund 30 Förderkreisen, die sich um Kinder mit bestimmten Krankheitsbildern kümmern wie Herz- und Nierenleiden, Krebs oder Down-Syndrom.

Quelle: PM Wilhelma