Ausgezählt! Tierische Inventur im Zoo Osnabrück

Inventur im Aquarium – Foto: Zoo Osnabrück

Ausgezählt! Tierische Inventur im Zoo Osnabrück
Zoomitarbeiter zählen 2.694 Tiere aus 292 Arten

In den letzten Wochen wurde im Zoo Osnabrück fleißig gezählt: Alle Tiere mussten für die jährliche Inventur erfasst werden. Gerade bei den gefiederten und geschuppten Zoobewohnern ist das keine leichte Aufgabe.

In den großen Vogelvolieren und Aquarien herrscht immer viel Bewegung und soist das Zählen der einzelnen Individuen gar nicht so einfach: „Bei den Vögeln funktioniert die Inventur am besten mit mehreren Mitarbeitern: Jeder zählt dann in einem anderen Gehegebereich und anschließend rechnen wir die jeweiligen Ergebnisse zusammen“, beschreibt Kirsten Bischoff, Revierleiterin im Vogelrevier, das Vorgehen. Das Ergebnis: Insgesamt leben 569 Individuen aus 79 Vogelarten im Osnabrücker Zoo. „Im Tetra-Aquarium gehen wir ähnlich vor, doch gerade bei Becken mit vielen Bewohnern müssen wir auch schon mal schätzen“, erklärt Stefan Bramkamp, Leiter des Tetra-Aquariums. Zum Abschluss der Inventur werden die Ergebnisse für den gesamten Zoo ausgewertet und in einer Tabelle zusammengefasst. Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück und zuständig für die tierische Inventur, zählte insgesamt 2.694 Tiere aus 292 Arten: „Die größte Artenvielfalt haben wir bei den Säugetieren mit 90 verschiedenen Arten und 659 Individuen. Die meisten Individuen finden sich jedoch bei den Fischen: In unserem Tetra-Aquarium leben 1.157 Fische aus 72 Arten.“ Übrigens werden Tierarten mit sehr großen Individuenanzahlen, wie Erdhummeln oder Blattschneiderameisen, als ein Volk gezählt.

Überraschungen nicht ausgeschlossen

Doch was ist der Sinn und Zweck des Ganzen? „Die jährliche Inventur hat für uns vor allem eine Kontrollfunktion, denn natürlich verzeichnen wir auch während des Jahres jede Geburt, jeden Neuzugang oder auch Weggang eines Tieres. Doch weichen unsere Zahlen aus der Inventur von den Aufzeichnungen ab, müssen wir erneut zählen und gegebenenfalls das Jahr noch einmal Revue passieren lassen“, erläutert Wulftange. Sorgfältigkeit ist Pflicht im Tierpflegeralltag: Jeden Morgen werden im jeweiligen Zuständigkeitsbereich alle Gehege von den Tierpflegern genau unter die Lupe genommen – sind über Nacht Tiere geboren oder verstorben und geht es allen Bewohnern gut? Jede Veränderung wird tagtäglich genau aufgezeichnet und archiviert.

Bedeutung für die Zoo-Welt

Die Inventur ist übrigens auch für die gesamte Zoowelt von Bedeutung, denn weltweit gleichen die Zoos ihre Bestände mit Hilfe von Datenbanken ab. „Wir schicken die Zahlen nach der Inventur an die jeweiligen Zuchtbuchkoordinatoren. Diese können dann anhand der Zahlen aus den verschiedenen Zoos beispielsweise ableiten, wo sich neue Zuchtpaare ergeben könnten und ob der Bestand einer Tierart stabil ist. Das ist besonders wichtig für Tiere, die in der Natur vom Aussterben bedroht sind“, berichtet Wulftange. Vergangenen Oktober reiste beispielsweise Gibbonweibchen Carusa im Rahmen einer Transferempfehlung des Europäischen Zuchtbuchprogramms (EEP) in das polnische Wroclaw, wo sie mit einem geeigneten Zuchtpartner nun eine eigene Familie gründet.

Quelle: PM Zoo Osnabrück