Affenberg Salem: Zu Pfingsten viel los

Foto: Affenberg Salem

Es wird wieder spannend am Affenberg Salem, denn um Pfingsten steht die Beringung der Jungstörche an. An verschiedenen Tagen kommt ein Hubwagen, um die Storchenexperten hinauf zu den 25 Horsten an der großen Gutsanlage und um die Storchenwiese des Parks zu bringen. Auch die Besucher bekommen dabei mit, wie der Storchennachwuchs schnell und sorgfältig beringt wird. Damit kann man die Adebare überall in Europa und in ihren Winterquartieren in Afrika identifizieren – ein wichtiges Kriterium der wissenschaftlichen Forschung. Bei den süßen Affenbabys kommt die Wissenschaft ebenfalls ins Spiel. Die Weibchen paaren sich jeweils mit mehreren Männchen, um die Vaterschaft zu verschleiern. Ein möglicher Grund, weshalb sich bei Berberaffen auch die Männchen in der Gruppe fürsorglich um den drolligen Nachwuchs kümmern. Ob hier bestimmte Männchen mehr Vaterschaften für sich verbuchen können, wird gerade im Genlabor des Deutschen Primatenzentrums Göttingen untersucht.

Da die rund 200 Berberaffen im großen Freigehege des Parks optimale Bedingungen vorfinden und sich im Verhalten kaum von ihren freilebenden Artgenossen unterscheiden, bietet der Affenberg Salem beste Voraussetzungen für wissenschaftliche Forschungen. Noch ungeklärt ist beispielsweise, ob die ranghohen Männchen in den einzelnen Gruppen tatsächlich die meisten Vaterschaften auf sich vereinen können. Die Forscher der Abteilung Primatengenetik des Deutschen Primatenzentrums in Göttingen werden schon in wenigen Wochen Antworten auf diese Fragen geben. Für die großen und kleinen Besucher sind jedoch die wohlbehüteten Affenbabys und quirligen Jungtiere ungeachtet ihrer Vaterschaften die absoluten Lieblinge im Park. Auch das hautnahe Füttern mit dem gratis ausgegebenen Popcorn ist ein beeindruckendes Erlebnis.

Bei der Beringungsaktion bringen die Storchenexperten immer wieder einige Storchengeschwister nach unten – selten kann man das Beringen so nah miterleben! Entsprechend ihrem Instinkt verharren die jungen Vögel bewegungslos. Dr. Roland Hilgartner, Parkleiter und Biologe und seine Mitarbeiter achten darauf, das Prozedere relativ kurz zu halten, damit der Storchennachwuchs rasch zurück in den Horst kommt und von den besorgt kreisenden Altstörchen wieder umhegt wird. Bald schon werden die Jungstörche ihre ersten Flugversuche unternehmen – ein Schauspiel für sich. Auch in den umliegenden Dörfern mit weiteren 25 Horsten ist man schon auf den nicht alltäglichen Einsatz des versierten Beringungs-Teams gespannt. Für die höchsten Horste können die Affenberg-Experten wieder auf die Firma Herter aus Grasbeuren zählen, die wie jedes Jahr ihren Spezialkran kostenfrei zur Verfügung stellt.

Neben regelmäßigen Informationen der Parkbetreuer zu den einzelnen Tiergruppen, Schautafeln, QR-Codes und anderem, gibt es beim Rundgang noch mehr zu entdecken: Neue, sehr spezielle Module weisen etwa auf Tiere hin, die man vielleicht gar nicht in der weitläufigen Parkanlage vermutet wie beispielsweise die Ringelnatter oder Fledermäuse. So wird ein Ausflug zum Affenberg Salem zu einem faszinierenden Erlebnis für Groß und Klein.
Quelle: PM Affenberg Salem