Affentausch in der Wilhelma: Umzug für Sanierungsarbeiten

Foto: Wilhelma

Kreatives Gebäudemanagement in der Wilhelma: Weil das ehemalige Jungtieraufzuchthaus saniert werden muss, nutzt der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart eine Vakanz und lässt Krallenaffen, Faultiere und Co. vorübergehend ein Haus weiterziehen. Denn seit die Orang-Utans vor zwei Monaten zu den Gorillas und Bonobos auf die große neue Anlage gezogen sind, war das benachbarte ehemalige Menschenaffenhaus verwaist. Dies wird nun zum Südamerikahaus auf Zeit – ergänzt mit einzelnen afrikanischen Affenarten wie Drill und Vari.

Wo früher einmal Gorillas, die größten Affen der Welt, zu Hause waren, springen jetzt mit den Zwergseidenäffchen die allerkleinsten umher. Deren Männchen wiegen nur 150 Gramm gegenüber den 200 Kilo, die ein Silberrücken erreichen kann. Sechs Wochen hat die Umgestaltung gedauert: „Unsere Techniker mussten zuerst ganz feine Gitter einbauen, um die bisherigen Menschenaffengehege ,zwergensicher‘ zu machen“, berichtet Tierpflegerin Ute Schestag. Dann machte sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen an die Gestaltung. „Stämme, Äste, Sträucher und Mulch haben wir neu eingebaut, ihre Spielzeuge durften die Tiere mitnehmen“, erzählt Schestag. Die Badezimmerarchitektur des alten Gebäudes hat auf diese Weise Dschungelcharakter erhalten. „Wie in der Natur muss man hier schon etwas Ausschau halten nach den Tieren“, sagt Affenkuratorin Marianne Holtkötter. „Aber es ist toll zu sehen, wie die Äffchen durch das Geäst toben.“

Die Zwergseidenäffchen sind auch hier vergesellschaftet mit den etwas größeren Springtamarinen. Die dritte Krallenaffen-Art aus dem früheren Jungtieraufzuchthaus, die Kaiserschnurrbarttamarine, sind dagegen im Amazonienhaus hinter den Kulissen einquartiert und auch die Vögel konnten nicht mit umziehen. Eine Ausnahme sind die Tinamus. Diese Steißhühner brauchen kein eigenes Gehege, sondern leben weiter in einer WG mit den beiden Faultieren und deren Jungtier. Neue Mitbewohnerin ist der Rote Vari Mascha. Die betagte Lemurin erweist sich im neuen Umfeld als sehr aktiv und schnappt den Faultieren schon mal deren Salat weg – aber die lassen sich naturgemäß nicht aus der Ruhe bringen.

Auf alte Bekannte stößt auch das Einzelgänger-Duo aus Goldkopflöwenaffe Zoe und Springtamarin Ultimo. Sie teilen sich ihren Wohnraum weiter mit den meerschweinchenartigen Goldagutis. Die Drills nebenan zeigen sich wie alle Tiere nach dem Umzug sehr interessiert an der neuen Umgebung. Sie ist aber nicht von Dauer. Wenn die Sanierung des ehemaligen Jungtieraufzuchthauses abgeschlossen ist, machen die Tiere das alte Menschenaffenhaus wieder frei. Dies ist seinerseits so in die Jahre gekommen, dass dafür im Anschluss eine grundlegende Sanierung ansteht.

Quelle: PM Wilhelma

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