Allwetterzoo Münster: Besucherzahlentrend geht weiter bergauf und Ausblick 2019

Foto: Simon Pannock

„676.678 Menschen besuchten uns in 2018, das ist der beste Besucherzuspruch seit 2007!“, freut sich Zoodirektor Dr. Thomas Wilms vom Allwetterzoo Münster. Außergewöhnlich gut besucht seien die Monate März, Mai sowie der Dezember gewesen. „Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Der Besucherzahlentrend geht nach oben und bestätigt, dass wir mit unserem Konzept mit mehr Highlight-Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Straßenkünstler-Festival, zweimal Nachts im Zoo sowie erstmalig Halloween im Zoo mehr Besucher und vor allem neue Zielgruppen erreichen.“ Alle Veranstaltungen finden aufgrund der positiven Resonanz auch in 2019 wieder statt. Hinzu kommen weitere neue Highlights. Ebenfalls zum Besuchererfolg beigetragen hat sicherlich die neue Zoo-Doku WILDER WILDER WESTEN, die im WDR-Fernsehen läuft und im Spätsommer 2018 im Allwetterzoo gedreht wurde: „Tierische Geschichten und Blicke hinter die Kulissen sowie über die Schulter unserer Tierärzte machen die Doku spannend“, erklärt Dr. Wilms. „Die Zuschauer bekommen neue Einblicke in unseren Zooalltag.“ Vom 15. Dezember 2018 bis 6. Januar 2019 konnten die Besucher wieder den Zooeintritt im Rahmen von „Zahl, was du willst!“ selber bestimmen. „84.566 Besucher waren in dieser im Allwetterzoo, das sind knapp dreimal mehr Besucher als in den Vergleichswochen 2017 auf 2018“, resümiert Wilms.

 Ausblick 2019
„Bereits letztes Wochenende haben wir unsere neue Artenschutz-Ausstellung „Silent Forest“ eröffnet. Gemeinsam mit dem Europäischen Zooverband, EAZA, wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es in den Wäldern Asiens still wird, da immer mehr Singvögel gefangen und auf den Märkten verkauft werden“, so Dr. Wilms. „Das Ausmaß ist mittlerweile so groß, dass einige Singvogelarten bereits kurz vor der Ausrottung stehen.“ Um das Thema Artenschutz geht es ebenfalls an diversen Welttiertagen, die auch 2019 im Allwetterzoo stattfinden: „Willkommen Wolf“ in Kooperation mit dem NABU NRW, Welttigertag, Weltpinguintag, Leopardentag mit WWF Deutschland und Weltgeiertag.

Ein ganz besonderes Highlight in den Sommerferien, vor allem für die kleinen Zoobesucher, ist das „Sommerfest mit der Maus“, welches zum ersten Mal im Allwetterzoo stattfinden wird. Selbstverständlich kommt hierfür auch DIE MAUS in den Zoo! „Besonders gespannt bin ich auf den Mittelalter-Markt im Zoo, der ebenfalls erstmalig und zwar Anfang Oktober bei uns stattfinden wird“, so Wilms. „Gemeinsam mit unserer Zoogastronomie bieten wir einmal im Monat am Wochenende einen Brunch im Zoo an. Familien, Paare oder gerne auch Gruppen können über unsere Internetseite den gemütlichen Brunch buchen, der je nach Jahreszeit im Bistro Kinder- und Pferdepark oder im Zoorestaurant stattfinden wird. Und auch abends kann man gemütlich im Zoo essen. Über das Jahr verteilt kann man zu unterschiedlichen Themen im Aquarium oder auch Langhaus speisen. So z. B. das Valentinstags-Buffet im Februar oder der Italienische Abend im April und ein Barbecue im Langhaus in den Sommermonaten. Diese Angebote richten sich vor allem an Paare oder Kleingruppen. Selbstverständlich können diese Locations auch für eigene Tagungen und Feiern gebucht werden. Das Besondere: Alle Veranstaltungen sind in tierischer Umgebung und in der Regel auch mit tierischem Highlight!“

Und auch tierisch ist 2019 wieder einiges los im Allwetterzoo Münster. Die Gepard-Drillinge werden zwar zusehends größer, sind aber für die Zoobesucher nach wie vor ein Highlight. Ebenso wie Nashornbulle Amiri, der sich ganz im Interesse der Zoobesucher mehr und mehr Hornkämpfe mit Bulle Harry liefert. Zu Ostern soll der neu gestaltete Streichelzoo fertig sein. „Große Baumaßnahmen planen wir für 2019 nicht“, erläutert Dr. Wilms. „In diesem Jahr sind hauptsächlich damit beschäftigt, die ersten  Bauprojekte im Rahmen des Masterplans 2030 plus zu planen, so dass wir hoffentlich zu Beginn 2020 den ersten Spatenstich tätigen können.“

Rückblick 2018
Der neue Masterplan 2030 plus wurde im Januar 2018 dem Zooaufsichtsrat, den Zoomitarbeitern und den Medien präsentiert. „Der Zoo wird sich im Zuge des Masterplans 2030 plus zu einem modernen Artschutzzentrum entwickeln“, so Wilms. Schon jetzt sei der Zoo bei Münsteranern, Münsterländern und Touristen aus ganz Deutschland sowie den benachbarten Niederlanden sehr beliebt wie die positiven Besucherzahlen zeigen. „Allein in Nordrhein Westfalen gibt es zwölf große Zoos, mit denen wir kooperieren, aber natürlich auch im Wettbewerb stehen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir uns daher immer weiter entwickeln gemäß unserer vier Ziele Artenschutz, Bildung, Forschung und Erholung. Das Entwicklungs-Konzept steht zusammengefasst im Masterplan 2030 plus.“

Und auch einige tierische Highlights gab es 2018 im Allwetterzoo Münster: Das erste Jungtier war ein weiblicher Guereza, der am 7. Januar zur Welt kam. Besonders erfreulich war der Schlupf von drei Buntleguanen, denn damit gelang es dem Team vom Allwetterzoo Münster erstmalig in einem europäischen Zoo diese Tierart zu züchten. Ein Erfolg für den Artenschutz und ein Besuchermagnet sind die Gepard-Drillinge, die am 4. Oktober zur Welt kamen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe übernahmen je die Patenschaften für die drei und würdigten damit gleichzeitig das besondere Engagement des Zoos für den Artenschutz und für die Zucht dieser Raubkatzen, für die der Allwetterzoo in der Zoowelt und darüber hinaus sehr bekannt ist. Am 27. Dezember musste die Elefantenkuh RADA aufgrund multipler, altersbedingter Organschäden eingeschläfert werden. Hinzu kam eine schwere Darmentzündung, die trotz intensiver Behandlung durch die Tierärzte über die letzten Wochen nicht beherrschbar war. Die Inventur zum 31.12.2018 habe ergeben, dass der Tierbestand 2018 in der Anzahl nur leicht über dem des Vorjahres liege: „Zum 31.12.2018 zählten wir 2.888 Tiere in 315 Arten, 2017 waren es 2.719 Tiere in 311 Arten.“

Große Erfolge für den Artenschutz in 2018
Der Allwetterzoo Münster engagiert sich schon seit 15 Jahren für den Schutz von akut vom Aussterben bedrohter asiatischer Schildkrötenarten. In 2018 fällt die Nachzuchtbilanz besonders erfolgreich aus: fast 200 Jungtiere von Arten die als kritisch bedroht eingestuft werden schlüpften in den Artenschutzprojekten des Allwetterzoo Münster. Einige der Arten gehören zu den 25 weltweit am stärksten bedrohten Schildkröten. Unter ihnen auch Zhouis Scharnierschildkröte, deren Überleben als Art maßgeblich von Münster aus gesichert wurde: Mit zwei Artenschutzprojekten, dem „Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) in Münster und dem „Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB)“ in Kambodscha setzt sich der Allwetterzoo schon seit 15 Jahren für den Schutz vom Aussterben bedrohter asiatischer Schildkrötenarten ein. Unter ihnen Arten der Scharnierschildkröten (Cuora), die in 2018 Jahr von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) zum „Zootier des Jahres“ gekürt wurden und die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „kritisch bedroht“ eingestuft werden und damit kurz vor dem Aussterben stehen. Insgesamt sind im IZS im Jahr 2018 70 Jungtiere geschlüpft. Unter anderem zehn Jungtiere der McCords Scharnierschildkröte, einer Art die wahrscheinlich in der Natur ausgestorben ist und von der weniger als 1000 Individuen in Menschenhand bekannt sind. Hinzu kommen sechs Jungtiere der Goldkopfscharnierschildkröte, die genauso stark bedroht ist. Von der Sulawesi-Erdschildkröte konnten zwei Jungtiere nachgezüchtet werden. Dennoch ist dies ein beachtlicher Erfolg, denn die Art ist nur sehr schwer nachzuziehen und Weibchen legen maximal zwei Eier pro Gelege. Im ACCB schlüpften rund 50 Jungtiere der kambodschanischen Unterart der Asiatischen Scharnierschildkröte, die durch Lebensraumverlust und das Absammeln von Tieren als Nahrungsmittel und für den Export in andere asiatische Länder immer stärker bedroht ist.

Zootier des Jahres 2018: Scharnierschildkröte
Der Allwetterzoo Münster war 2018 Part­ner­zoo der Kampagne „Zootier des Jahres“. Bei dem Zootier des Jahres handelt es sich immer um eine besonders bedrohte und somit schützenwerte Art oder Gattung, auf die die Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam aufmerksam machen möchten. Zudem werden Spenden für zwei besondere Artenschutzprojekte, die im Zusammenhang mit dem Zootier des Jahres stehen, gesammelt – in 2018 waren dies die Projekte vom Allwetterzoo und zwar für das IZS und das ACCB! Mehr als 50.000 Euro kamen für den Schutz der Scharnierschildkröten im Rahmen der Kampagne zusammen. Diese Mittel gehen nun in die beiden Projekte, die sich um die Rettung der hochbedrohten Gattung bemühen.

Quelle: PM Allwetterzoo Münster