Auszug aus dem Stuttgarter Gorilla-Kindergarten

Foto: Wilhelma

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Zwei weitere Gorilla-Handaufzuchten haben es geschafft: Im Kindergarten der Stuttgarter Wilhelma haben sich die beiden Jungtiere Vana und Tebogo so gut entwickelt, dass sie jetzt in eine Gorilla-Familie vermittelt werden können. Bevor die beiden dann Vierjährigen im April in den Zoo Dublin umziehen, haben Wilhelma-Besucher über die Osterferien noch die Gelegenheit, sich von den beiden zu verabschieden.

Stuttgart ist die offizielle Handaufzuchtstation des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas. Die besondere Fürsorge der Tierpflegerinnen und -pfleger in der Wilhelma hat nun schon 62 Jungtieren dieser bedrohten Menschenaffen das Überleben gesichert, wenn deren Mütter sie nicht angenommen haben oder nicht aufziehen konnten.

Vana und Tebogo stammen aus dem Zoo Wuppertal und sind Urenkel von Mimi, der ältesten Wilhelma-Bewohnerin. Sie haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter. Beide Mütter sind selbst Handaufzuchten und hatten zuvor nie Gelegenheit, Geburt und Aufzucht bei einer anderen Gorillafrau mitzuerleben. Dies beobachten zu können, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Gorillamutter ihr erstes Kind annimmt. Die beiden Halbgeschwister kamen vor genau vier Jahren im März 2012 jeweils innerhalb einer Woche nach ihrer Geburt in die Wilhelma. Hier konnten sie ab 2013 auch vom neu gebauten Menschenaffenhaus profitieren. Es bietet besonders gute Bedingungen, um von Hand aufgezogene Gorillakinder zu sozialisieren. Die Junggorillas sind dort direkte Gehegenachbarn der Familiengruppe. Durch große Fenster und Gitter stehen sie von Kindesbeinen an im Kontakt zu den älteren Artgenossen. Von den Erwachsenen können sie sich so das arttypische Verhalten abgucken. Sie lernen die Laute, Gesten und Gerüche kennen. Von Anfang an interagieren die Kleinen mit den Großen durch Scheibe und Gitter, was es erleichtert, dass sie sich später in eine Gorillasippe eingliedern können. Die zeitweilige Zusammenführung mit einigen Weibchen aus der Wilhelma-Gruppe haben Vana und Tebogo als Test gut bestanden. Daher können sie bald mit den Tierpflegern die Reise in die irische Hauptstadt antreten.

Die Kooperation mit dem Zoo Dublin hat sich bewährt. In den Jahren 2005 und 2012 konnten mit Mayani und Claudia dort bereits zwei Gorillas aus der Stuttgarter Handaufzucht erfolgreich integriert werden. Mayani zieht seit 2011 ihr erstes Jungtier selbst auf: Das Mädchen Kambiri wird nun Spielgefährtin von Vana und Tebogo werden.

Quelle: PM Wilhelma