„Bäumchen wechsle dich“ bei den Geparden im Zoo Landau in der Pfalz

Spannend war es vergangene Woche im Raubtierrevier des Zoo Landau. Am 8. Mai wurden am frühen Morgen die beiden weiblichen Gepardennachzuchten, die im Mai 2015 im Zoo Landau geboren worden waren, von der Tierspedition des Frankfurter Flughafens (G.K. Airfreight) abgeholt. Am gleichen Mittag traten die Tiere von dort ihre Reise ins Breeding Centre for Endangered Arabian Wildlife (BCEAW) in Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate) an. Dieser Transfer war vom Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) empfohlen worden.

Einen potentiellen neuen Zuchtkater erhielt der Zoo Landau, ebenfalls auf Empfehlung des EEP, bereits zwei Tage später aus dem Tierpark Amersfoort in den Niederlanden. Der Kater TYKE wurde im März 2004 im Breeding Centre for Endangered Arabian Wildlife geboren und kam im Jahr 2008 nach Europa ins Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Da TYKE sich bisher nicht fortgepflanzt hat, ist er in Bezug auf seine Genetik eines der wertvollsten Tiere innerhalb des Zuchtprogramms. Die Zuchtkatze SHAINA, die im Zoo Landau bereits zweimal erfolgreich Nachwuchs zur Welt gebracht und aufgezogen hat, ist aufgrund der Verwandtschaftsverhältnisse und ihrer großen Erfahrung eine geeignete Partnerin für TYKE. Noch haben sich die beiden Tiere nur am Gitter kennen gelernt. Dem neuen Kater wird nun zunächst mal die Möglichkeit gegeben, sich an die neue Umgebung, die Tierpfleger und den Tagesablauf zu gewöhnen. Im Zuge der nächsten Rolligkeit, also Zeit der Empfängnisbereitschaft der Katze, werden die beiden Tiere zusammengelassen werden, in der Hoffnung, dass sie sich verstehen und für Nachwuchs sorgen.

Der Sudan-Gepard ist eine im nordöstlichen Afrika verbreitete Unterart des Geparden, die selten in Zoos gehalten wird. In Deutschland wird sie außer im Zoo Landau nur im Tierpark Berlin gezeigt. Im Jahr 2013 gelang in Landau die Erstnachzucht in einem deutschen Zoo. Nachzuchten im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms sind besonders wichtig, um eine Reserverpopulation für die im natürlichen Lebensraum von Ausrottung bedrohte Unterart zu bilden. Aufgabe des EEP-Koordinators ist es hierbei, die Tierdaten aller dem Programm angeschlossenen Institutionen zu sammeln und auszuwerten und daraufhin Transfer- und Zuchtempfehlungen zu geben, um Inzucht zu vermeiden und die genetische Variabilität der Zoopopulation möglichst divers zu erhalten. Möglichst viele Gene der ursprünglich wild lebenden Gründertiere zu erhalten, ist der Schlüssel für gesunde Tiere und auch eine Wiederansiedlung zoogeborenere Tiere im natürlichen Lebensraum.

Quelle: PM Zoo Landau