Baustart für neue Tigeranlage im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück

Das Osnabrücker „Angkor Wat“ wächst weiter: Am heutigen Mittwoch fand die „Grundsteinlegung“ für die neue Tigeranlage im Zoo Osnabrück statt. In dem über 1.400 Quadratmeter großen Bereich im Stil einer Tempelruine werden ab Frühjahr 2014 unter anderem Sumatra-Tiger ein neues Zuhause bekommen.

Nach der Fertigstellung des Affentempels (2012) und des asiatischen Spieledorfs „Neue OZ Streichelland“ (2013) hat damit die zweite Baustufe für die Realisierung der Erlebniswelt „Angkor Wat“ im Zentrum des Zoos begonnen. Natürlich kam bei der Grundsteinlegung der sogenannte „Wandergrundstein“ zum Einsatz, der bereits den Bauprojekten „Kajanaland“, „Takamanda“ und „Unterirdischer Zoo“ Glück brachte. Reinhard Sliwka, Aufsichtsratsvorsitzender der Zoo Osnabrück gGmbH, freut sich auf die neue Anlage, die auf dem alten Tiger-Areal errichtet wird: „Die Tiger werden mit 1.200 Quadratmetern Fläche ein circa 30 Prozent größeres Gehege bekommen. Auch ein großes Schwimmbecken erwartet sie. Für die Besucher planen wir möglichst gitterlose Einblicke in die naturnah gestaltete Anlage.“ Der Umbau kostet insgesamt 950.000 Euro. Diese Summe stemmt der Zoo gemeinsam mit der Stadt Osnabrück, die die Zuschüsse reduzieren und dafür einen Kredit über die Hälfte der Baukosten bedienen wird. Der Restbetrag stammt aus Eigenmitteln des Zoos.

Optisch knüpft der neue Bereich nahtlos an den 2012 eröffneten Affentempel an. Detlef Gehrs, Gestalter der neuen Anlage, und Architekt Heiko Suhre präsentierten bei der Grundsteinlegung das Modell: „Der Tempelgarten, umgeben von scheinbar verfallenen Mauerfragmenten, lässt die Besucher in die Welt einer versunkenen Tempelruine eintauchen. Zwar müssen wir bei Tigern natürlich auch mit Gittern arbeiten, aber dabei setzen wir auf kunstvolle Metallverflechtungen, wie sie häufig in der traditionellen asiatischen Kultur vorkommen“, so Gehrs. Für Besucher besonders spannend: Eine 4,6 Meter hohe Brücke, die über einen Teil der Anlage führt und einen gitterlosen Blick von oben ermöglicht.

Neue Bewohner: Binturongs und Siamangs
Während das Gestaltungskonzept fortgeführt wird, können die Besucher hinsichtlich der Tiere auf neue Bewohner gespannt sein, wie Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo, berichtet: „Neben Sumatra-Tigern werden auch Binturongs, eine Schleichkatzenart, und Siamangs, eine Affenart aus der Familie der Gibbons, einziehen. Alle drei Tierarten sind in freier Natur bedroht, sodass wir im Rahmen von Zuchtprogrammen einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten können.“ Das Siamang-Pärchen, das im Rahmen des Europäisches Erhaltungszuchtprogramm in den Osnabrücker Zoo kommt, sei aufgrund der besonderen Gene das zweitbedeutendste Zuchtpaar in der Zucht-Population, so Klumpe weiter.

Den Umbau der Anlage übernimmt das Osnabrücker Bauunternehmen Scholle, das bereits an der Realisierung des Affentempels beteiligt war. Albert Brokamp, Bauleiter der Firma Scholle, beschreibt die nächsten Schritte: „Nachdem wir Teile des alten Gebäudes abgerissen haben und die vorbereitenden Baumaßnahmen abgeschlossen sind, konnten wir bereits diese Woche mit den Stahlbetonarbeiten und dem Mauerwerk beginnen. Bis Anfang 2014 soll die Anlage baulich fertig gestellt sein.“

3. Stufe: Menschenaffenhaus
Bis 2015 soll „Angkor Wat“ mit der dritten Baustufe vervollständigt werden, erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann: „Ab 2014 bauen wir das benachbarte Menschenaffenhaus im gleichen Still um, sodass unser Orang-Utan Buschi und seine Partnerin Astrid ein neues Zuhause bekommen. Damit haben wir dann im Zentrum des Zoos eine spannende asiatische Tierwelt errichtet, die unsere Besucher sicherlich faszinieren wird und unseren Tieren mehr Platz bietet.“ Während das Osnabrücker „Angkor Wat“ weiter wächst, plant der Zoo bereits darüber hinaus: Im nächsten Schritt der Masterplanung des Zoos stehe laut Busemann „Nordamerika“ auf dem Programm.

Quelle: PM Zoo Osnabrück