Bergzoo Halle: Ein Tiger geht – ein anderer kommt

Foto: Zoo Halle

Foto: Zoo Halle

Seit längerem war klar, dass die malaysische Jungtigerin „Sahaja“ den halleschen Bergzoo verlässt, um im britischen „Rare Species Conservation Centre“ eine neue Heimat zu finden. „Sahaja“ (Malaiisch: die Einzige), ist die einzige Überlebende aus einem Wurf von drei Jungtieren, welche in der Nacht vom 21. Juni 2013 im Zoo Halle geboren wurden. In den zeitigen Morgenstunden des heutigen Tages war es dann soweit: unter Aufsicht der Raubtierkuratorin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dipl. Biologin Jutta Heuer, wurde „Sahaja“ zum Transport verladen. Vorausgegangen war ein mehrwöchiges Training, um die Tigerin an die Transportkiste zu gewöhnen und somit unnötigen Stress für die Großkatze zu vermeiden. Dazu wurde die Transportbox über einen längeren Zeitraum als Futter- und Ruheplatz im Tigergehege aufgestellt, so dass „Sahaja“ diese als Teil ihrer natürlichen Umgebung wahrnimmt bzw. sich an den Aufenthalt darin gewöhnt. Für die Reise hat sich die Kuratorin für einen schnellen Transporter entschieden, um die Reisezeit zum britischen Zoo in der Nähe von Dover so kurz wie möglich zu halten. Bereits heute Abend wird „Sahaja“ in ihrem neuen Zuhause eintreffen. Am Freitagabend wird Frau Heuer im Zoo zurückerwartet, dann in „Begleitung“ der malaysischen Tigerin „Momoe“, welche für eine Fortsetzung der erfolgreichen Zucht einer der seltensten Tigerunterarten sorgen soll. Der hallesche Zoo ist Europas führender Zuchtzoo für diese extrem bedrohte Art, deren weltweiter Bestand auf nur noch 500 Exemplare geschätzt wird, wovon etwa die Hälfte in Zoos lebt.

Erfolgreiches Nachzuchtprogramm in Halle
Der hallesche Bergzoo ist seit längerem der führende europäische Zuchtzoo für den vom Aussterben bedrohten Malaysia-Tiger, auch malaysischer Tiger oder Jackson-Tiger (Panthera tigris jacksoni) genannt. Erst 2004 wurde nach langwierigen Forschungen und Genanalysen entdeckt, dass es sich um eine eigenständige Unterart (Subspezies) handelt. Davor wurden diese Tiger als Vertreter des Indochinesischen Tigers angesehen. Der Malaysische Tiger ist laut der Umweltorganisation WWF die neunte beschriebene Unterart der Raubkatze.

Mit Tigerkater Sompon, verfügt der Zoo Halle derzeit über einen der wohl weltweit aktivsten „Tigerväter“. Bisher hat Sompon insgesamt 18 Jungtiger gezeugt, von denen 13 Tiere überlebten und heute in ganz Europa verteilt sind. „Sahaja“ entstammt dem letzten Wurf der Tigerin „Cindy“, welche ebenfalls bereits zahlreichen Jungtieren im Bergzoo das Leben schenkte. Mit der 7 Jahre alten Tigerin „Momoe“, welche der Zoo Halle im Austausch gegen „Sahaja“ vom „Rare Species Conservation Centre“ im britischen Kent erhält, erhofft sich die hallesche Raubtierkuratorin Jutta Heuer eine Fortsetzung der erfolgreichen Zucht. Das besondere an „Momoe“ ist, dass sie der derzeit einzige mit den bisherigen halleschen Nachzuchten unverwandte malaysische Tiger in Europa ist und somit wieder „frisches Blut“ in die neue Nachzucht bringt. „Momoe“ ist eine Handaufzucht und wurde in einem Wildlife Conservation Park im malaysischen Borneo geboren, bevor sie mit einem weiteren Tiger nach Kent importiert wurde. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit in Halle, wird „Momoe“ dann hoffentlich mit Tigerkater Sompon für erneuten Nachwuchs sorgen, welcher von vielen europäischen Zoos bereits sehnsüchtig erwartet wird.

Quelle: PM Zoo Halle