Berliner Architekturbüro hat „Panda World“ im südkoreanischen Zoo entworfen

Foto: Everland Resort / dan pearlman Erlebnisarchitektur

Foto: Everland Resort / dan pearlman Erlebnisarchitektur

Der Große Panda ist eines der beliebtesten Tiere weltweit, er ist Botschafter für den Artenschutz und vom Aussterben bedroht. Nur noch 1864 Exemplare leben in freier Wildbahn, in zoologischen Einrichtungen außerhalb Chinas lassen sich 48 Exemplare bestaunen.

Südkorea ist nun das 14. Land, dem China die große Ehre erweist und als Leihgabe ein Pandapaar überlässt. Bereits Anfang März sind Ai Bao und Le Bao in ihr neues Zuhause eingezogen, die vom renommierten Berliner Architekturbüro dan pearlmanentworfene Panda-Anlage im Zoo und Freizeitpark Everland Resort. Pünktlich zum 40. Geburtstag des Parks, der nur zwei Stunden von Seoul entfernt ist, eröffnete Panda World am gestrigen 21. April 2016.

Auf 7000 Quadratmeter ist ein verwunschenes, immersives Areal entstanden, welches nicht nur das Pandagehege als Herzstück der Anlage umfasst, sondern auch einen modernen Bau, in dem eine Ausstellung, Unterrichtsräume, ein Shop, ein Café und die Pflegerbereiche untergebracht sind.

Die Großen Pandas sind die Hauptprotagonisten der Anlage. Um jedoch den erwarteten Besucherandrang bewältigen zu können und die Besucher auf die Begegnung mit den seltenen Tieren einzustimmen, hat das Team von dan pearlman unterschiedliche Vorab-Highlights in die Planung integriert.

So beginnt das Panda World-Abenteuer bereits am Panda Plaza. Hier begrüßen Panda-Skulpturen und gastronomischen Angebote die Besucher. Der Weg zu den Otter Falls führt durch eine grüne, wasserreiche Landschaft, die der chinesischen Provinz Sichuan, der Heimat der Pandas, nachempfunden ist. Sobald die Besucher den Karpfenteich und das Ottergehege passiert haben, erreichen sie die ständige und edukativ-unterhaltende Ausstellung, die sich allen Lebensbereichen der Pandas widmet und auch zum Thema Artenschutz Aufklärungsarbeit leistet.

Die weiterführende Twilight Experience ist weltweit einmalig und entführt die Besucher in das nächtliche Habitat der Pandas. Nun haben die Besucher die Hauptattraktion von Panda World erreicht: Vor ihnen liegt das tageslichtdurchflutete Schauhaus. Ein geschwungener Pfad führt durch einen Bambushain und entlang der Gehege.

Für den Fall, dass die Pandas gerade inaktiv sind, werden auf Leinwänden die tagesaktuellen Aktivitäten der müßiggängerischen Tiere geloopt. Ohne wahrnehmbare Brüche setzt sich das Landschaftskonzept auch im Außengehege fort. Hier können neben den Großen Pandas auch ihre Verwandten die Roten Pandas sowie auch Goldene Meerkatzen beobachtet werden.

„Die Landschaft der Provinz Sichuan“, erzählt Kieran Stanley, CEO von dan pearlman, „war unser gestalterisches Leitthema bei der Konzeption der Ausstellung. Wir wollten, dass sich die Besucher in das Habitat der Großen Pandas versetzt fühlen und in den üppigen Lebensraum der Tiere eintauchen.“

Die Provinz Sichuan, östlich des tibetischen Hochplateaus gelegen, wird geprägt von Gebirgsketten, Flüssen und dichten Wäldern. Bambus, Ginko und Nadelbäume, Gesteinsformationen, kleine Wasserläufe und Wasserfälle sorgen in Panda World für die authentische Anmutung. Durch die Verkleidung des Hauptgebäudes mit Kunstfels, wird auch der moderne, funktionale Bau in die Landschaft eingebettet, welche sich auch im Inneren fortsetzt.

Das angrenzende Schauhaus wirkt mit seinem Korpus aus Glas und Polycarbonat leicht und transparent. Da Große Pandas besonders sensibel sind, spielte das Wohl der Tiere während der Planung eine große Rolle. So wurde etwa das Schauhaus ausreichend verschattet und der Stall als Gebäude im Gebäude auf einem separaten Fundament gegründet, um Vibrationen und Geräusche zu vermindern. Um möglichst viel Wissen zu sammeln, baute dan pearlman bereits zu Beginn der Planung Kontakt zu 15 internationalen Panda-Experten auf. Auch mit dem Paarungsverhalten haben sich die Architekten beschäftigt. Die einzelgängerischen Pandas werden bis auf wenige Tage im Jahr getrennt voneinander gehalten. Zu Kontaktaufnahme dienen in Panda World zwei Kletterbäume in den jeweiligen Gehegen, welche von beiden zeitgleich bestiegen eine Sicht aufeinander ermöglichen.

Panda World ist bereits das zweite realisierte Projekt von dan pearlman im zoologischen Bereich des Freizeitparks. Die Safari durch die Themenwelt Lost Valley stellt das größte Einzelprojekt in der Geschichte des Everland Resort dar und ist seit der Eröffnung im Jahr 2013 ein weiterer Besuchermagnet.

„Ich freue mich besonders über das Vertrauen des Everland Resort. Eine Panda-Anlage und dann auch noch die erste des Landes zu entwerfen, war für unser Büro eine große Ehre“, sagt Kieran Stanley. „Nach der Eröffnung bleibt uns nur noch zu hoffen, dass sich die Pandas in ihrem neuen Habitat besonders wohl und sicher fühlen. Wer weiß, mit etwas Glück gibt es vielleicht schon bald Nachwuchs.“
Derweil greifen die Architekten auf ihr Wissen rund um die Haltung von Großen Pandas zurück und planen bereits eine weitere Panda-Anlage. Nachdem im Herbst des letzten Jahres bekannt wurde, dass China dem Zoologischen Garten Berlin ein Pandapaar leihen wird, wurde dan pearlman mit dem Entwurf beauftragt. 2017 wird die neue Anlage in Berlin fertiggestellt.

Quelle: PM dan pearlman Erlebnisarchitektur GmbH