Biologen des Kölner Zoos entwickeln gemeinsam mit internationalem Forscherteam eine neuartige Methode gegen den Wildtierhandel

Foto: Simon Pannock

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Eine innovative Idee, um ein altes Problem in den Griff zu bekommen: Der illegale Handel mit bedrohten Tierarten und aus ihnen hergestellten Produkten – von der Handtasche über Schmuck bis hin zum Aphrodisiakum – ist immer noch ein großes Problem für den Artenschutz. Auch Reptilien bleiben nicht verschont. Viele Arten sind in ihrer Existenz bedroht. Sie werden vor allem für die Lederwarenindustrie und den internationalen Terrarienhandel wild gesammelt, anstatt sie aus Nachzuchten zu gewinnen.

Zoologen des Kölner Zoos haben dagegen gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam – das durch das Bundesumweltministerium (BMUB) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziert wird -, eine erfolgsversprechende Methode entwickelt. Sie basiert auf einer genauso einfachen, wie genialen Idee: In Kooperation mit dem WWF Deutschland und TRAFFIC konnten Wissenschaftler des Zoos und der Universitäten in Köln und Frankfurt die Messung von Isotopenverhältnissen in Reptilienschuppen so verfeinern, dass sie als Instrument für den Artenschutz verwendbar ist. „Dank der neuen Methode lässt sich bei bestimmten Reptilien exakt sagen, woher sie stammen. Dadurch können Handelsrouten nachverfolgt und falsch ausgestellte Herkunftsnachweise aufgedeckt werden. Zum Beispiel, wenn Wildtiere als angebliche ,Nachzuchten` in den internationalen Lebendhandel gelangen“, erklärt Dr. Thomas Ziegler, Kurator des Aquariums im Kölner Zoo und Koordinator der Biodiversitäts- und Naturschutzprojekte in Vietnam und Laos.

Möglich ist dies, da sich die Isotope eines Elements durch ihre atomare Masse unterscheiden. Auch bei der Isotopenhäufigkeit gibt es lokale Unterschiede. Daher kann man diese verwenden, um die Herkunft biologischer Gewebeproben zu bestimmen.

Zusammen mit den vietnamesischen Kooperationspartnern der Naturschutzprojekte des Kölner Zoos in Hanoi (Institut für Ökologie und Biologische Ressourcen) wurde beispielhaft die Krokodilschwanzechse (Shinisaurus crocodilurus) untersucht. Die nur in Nordvietnam und Südchina vorkommende Art ist durch illegalen Handel und Lebensraumzerstörung am Rande der Ausrottung.

Durch Vergleiche wildlebender Krokodilschwanzechsen mit Nachzuchten aus der vom Kölner Zoo mitaufgebauten Nachzuchtstation Me Linh in Vietnam konnte bei den Analysen im Labor der beteiligten Agroisolab GmbH Spektakuläres herausgefunden werden: Wie die Forscher jüngst in der Fachzeitschrift Global Ecology and Conservation berichteten, konnten sie auf diese Art unterschiedliche Isotopensignaturen von Echsen aus der Wildnis und von in Menschenhand gehaltenen oder nachgezüchteten Exemplaren nachweisen.

Die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass solche Isotopenverfahren zunehmend im Artenschutz Anwendung finden werden, um Individuen unbekannter oder zweifelhafter Herkunft genau zuordnen zu können.

Quelle: PM Kölner Zoo