D​rill-Nachwuchs in He​llabrunn​

Foto: Münchener Tierpark Hellabrunn

Nach einer Tragzeit von etwa 180 Tagen hat Drill-Dame Kaduna (8 Jahre) zum ersten Mal Nachwuchs bekommen! Aber man muss schon genauer hinschauen, wenn man das kleine, am 24. Januar geborene Drillbaby entdecken will. Der stolze Vater Bakut (9) sowie Tante Afi (6) freuen sich über das Zwergerl, doch auch sie durften noch keinen genaueren Blick darauf werfen: Kaduna drückt das Baby eng an sich und hält schützend ihren Körper darüber. Gelegentlich blinzelt das Kleine zwischen den Armen der Mutter hindurch. Noch verrät es sein Geschlecht nicht, denn Kaduna passt gut auf ihren kleinen Schatz auf. Und ein Schatz ist Hellabrunns jüngster Familienzuwachs auch, denn „die Drills sind nicht nur höchst attraktive, sondern leider auch vom Aussterben bedrohte Tiere. Umso mehr freuen wir uns über die erste Geburt in der neuen Hellabrunner Drill-Gruppe. Zumal das Drill-Baby mit seiner lustigen Punkfrisur und den rosa Segelohren wirklich niedlich ist“, freut sich Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem.

Der Drill ist eine der am stärksten gefährdeten Affenarten Afrikas. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat ihn in die Rote Liste der weltweit bedrohtesten Arten aufgenommen. In seinem Lebensraum, einem Gebiet von lediglich 40.000 Quadratkilometern in Kamerun, Nigeria, Gabun und auf der Insel Bioko, wird der Bestand heute nur noch auf etwa 3.500 Tiere geschätzt. Damit ist der Lebensraum dieser Affenart kleiner als die Schweiz. Auch fortschreitende Abholzung und schonungslose Jagd auf diese Affenart tragen zur starken Gefährdung bei.

In Europa leben weniger als 70 Drills in 16 Zoos. Hellabrunn führt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) sowie das Internationale Zuchtbuch (ISB) für diese Affenart. Zudem ist Hellabrunn Mitglied im Verein „Rettet den Drill“, der das Projekt „Pandrillus“ in Nigeria unterstützt. Mit der Zucht der Drills und dem Engagement für frei lebende Drills leistet Hellabrunn einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Art.

Der aus dem Zoo Wuppertal stammende Bakut ist seit April 2011 in Hellabrunn daheim. Kaduna und Afi (aus dem britischen Port Lympne Wild Animal Park) leisten ihm seit Juli 2012 Gesellschaft.

Schwarz wie Ebenholz, weiß wie Schnee, rot wie Blut – die Hellabrunner Drills machen jedem Schneewittchen Konkurrenz. Mit ihren schwarzen, elegant mit weißem Fell umrandeten Gesichtern und dem auffälligen Hinterteil gehören sie zu den eindrucksvollsten Affen der Welt.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn