Darum musste beim Gehegeausbruch ein Löwe im Zoo Leipzig sterben

Foto: Zoo Basel/Torben Weber-bereitgestellt: Zoo Leipzig

Foto: Zoo Basel/Torben Weber-bereitgestellt: Zoo Leipzig

24 Stunden nach dem gestrigen Ausbruch von zwei Etosha-Löwen im Zoo Leipzig liegt die Analyse des Vorfalls vor: Vier Stunden lang haben alle Einsatzkräfte mit enormem Einsatz versucht, die Löwen in ihr Gehege zurückzutreiben. Bei Majo ist dies gelungen. Sein Bruder Motshegetsi hat in der Extremsituation den Weg zurück nicht genommen und wurde mit Narkosepfeilen getroffen, um ihn zurückbringen zu können. Er hat aufgrund der extremen Stresssituation nicht auf das Mittel reagiert und durchbrach stattdessen den Sicherheitsring. Die Entscheidung zur Tötung des Tieres war unausweichlich, um Menschenleben zu bewahren.

„Mein Dank gilt allen Beteiligten, die sich dieser Situation gestellt und zum Schutz der Sicherheit gehandelt haben. Ich danke auch der breiten Öffentlichkeit, die uns in dieser schweren Zeit unterstützt“, sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold und ergänzt: „Unsachgemäße Kritik, persönliche Angriffe und Drohungen sind in dieser Situation unangebracht. Jeder Einzelne von uns liebt und schützt Tiere, das ist unsere Herzensangelegenheit. Die Entscheidung und der Verlust wiegen für uns selbst und den Schutz der bedrohten Art am schwersten.“

Der Zoo Leipzig geht davon aus, dass die beiden Löwen den Wassergraben überwunden haben. Im Anschluss daran wurde der Notfallplan ausgelöst und alle Maßnahmen zur Wiederherstellung der Sicherheit ergriffen. Die Anlage wird seit 15 Jahren mit Löwen besetzt. Bis zum heutigen Vorgang war davon auszugehen, dass die entsprechend der Bau- und Betriebsgenehmigung gestaltete Anlage ausbruchssicher ist. Aus der Vergangenheit liegen keinerlei Hinweise für Funktionseinschränkungen der Sicherheitseinrichtungen oder Anzeichen für eine drohende Überwindung des Wassergrabens vor. Ein Vorfall dieser Art war in keinster Weise vorhersehbar. Die Löwen haben die geltenden Erfahrungen und Richtlinien widerlegt und eine Sicherheitsbarriere überwunden, wie es unvorstellbar war. Um die Sicherheit für die Zukunft zu erhöhen, werden entsprechende bauliche Anpassungen am Wassergraben der Löwensavanne vorgenommen. Bis zum Abschluss dieser Maßnahmen wird die Außenanlage nicht mit Löwen besetzt.

Quelle: PM Zoo Leipzig