Das Naturschutzengagement des Zoo Zürich außerhalb seiner Grenzen

Alle Naturschutzprojekte des Zoo Zürich in 2014 – Bild: Zoo Zürich

Das Naturschutzengagement des Zoo Zürich außerhalb seiner Grenzen

Der Zoo Zürich bietet seit Jahren der Stiftung Fledermausschutz und dem Verein Freunde der Galapagosinseln Schweiz Gastrecht und erweitert sein Naturschutz-Engagement außerhalb der Zoogrenzen in sechs zentralen Projekten.

Gastrecht für Naturschutzorganisationen

Die Stiftung Fledermausschutz, welche im Auftrag des Bundes den Fledermausschutz in den Kantonen koordiniert, hat ihren Geschäftssitz, ihr Koordinationsbüro und die Fledermausauffangstation seit vielen Jahren im Zoo Zürich. Der Zoo Zürich schätzt sich glücklich, mit der unentgeltlichen Bereitstellung der Infrastruktur für die Büros und die Ausstellung der Stiftung Fledermausschutz einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Fledermäuse in der Schweiz zu leisten. Auch der Verein Freunde Galapagos, welcher die Arbeit der Charles Darwin Forschungsstation zum Schutze der Galapogos-Riesenschildkröten maßgeblich unterstützt, genießt Gastrecht im Verwaltungsgebäude des Zoo Zürich.

Engagement in sechs zentralen Projekten

Der Zoo Zürich hat in den letzten Jahren das direkte Engagement für die Erhaltung von Tierarten und deren Lebensräume in sechs Fokusregionen kontinuierlich ausgebaut. In verschiedenen Ausstellungen kann sich der Zoobesucher über dieses Engagement informieren. Die Ausstellung, die das Engagement des Zoo Zürich in Sumatra zum Schutz der Orang-Utans thematisiert, wurde von der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften gar ausgezeichnet.

Madagaskar: Masoala und Madagaskar Fauna und Flora Group

Am prominentesten ist das Engagement des Zoo Zürich in der Masoala Region in Madagaskar. Seit 1996 sind über 3,5 Mio. Schweizerfranken allein in Madagaskar in vielfältige Projekte der Regenwalderhaltung, der Aufforstung und der Schulbildung von Kindern geflossen, die in enger Kooperation mit der Wildlife Conservation Society WCS und dem Masoala Nationalpark durchgeführt werden. Allein in der Masoala Region haben über 35 000 Personen von diesen Projekten direkt profitiert und es werden jährlich über 100 000 Bäume gepflanzt. Das jüngste Projekt ist der Aufbau einer Kakao-Modellplantage und eines ersten Fermentationszentrums, womit der Bevölkerung in der Umgebung des Masoala Nationalparks zukünftig eine wirtschaftliche Alternative zur Brandrodung von Regenwald aufgezeigt werden soll. Ein Meilenstein bedeutet auch die im November erfolgte Eröffnung des MaMaBay Environmental Campus in Maroansetra. Dieser Campus nahe dem Masoala Nationalpark, am Ufer der Bay von Antongil gelegen, umfasst ein Informationszentrum zum Masoala Nationalpark und Makira Naturpark, ein offenes Klassenzimmer für die lokalen Schulen, einen Ökoshop für lokale Handwerksprodukte und ist als Eintrittstor in den Nationalpark gedacht. Auch in der Region von Tamatave engagiert sich der Zoo Zürich seit 20 Jahren: Die Madagascar Fauna and Flora Group MFFG, ein internationaler Zusammenschluss von Zoos, Universitäten und Forschungseinrichtungen, konnte dieses Jahr ihr Jubiläum des 25-jährigen Bestehens feiern. MFFG betreibt in Ivoloina nahe bei Tamatave einen kleinen Zoo mit konfiszierten Tieren, eine Forst- und Landwirtschaftsstation sowie vielfältige und herausragende Edukationsprojekte für Primarschulkinder, junge Frauen als auch für Gemeindebehörden und Lehrer. Das von MFFG entwickelte Konzept für die Umwelterziehung von Primarschülern wurde von der UNICEF als Modell für weitere Regionen in Madagaskar ausgezeichnet und übernommen.

Thailand: Kaeng Krachan Nationalpark

Seit mehreren Jahren engagiert sich der Zoo Zürich in Thailand im und um den Kaeng Krachan Nationalpark zum Schutz der Elefanten. Der Kaeng Krachan Nationalpark ist der grösste Nationalpark in Thailand und weist einen Bestand von ca. 200 wildlebenden Elefanten auf. Der Zoo Zürich unterstützt mit dem Partner Wildlife Conservation Society WCS den Nationalpark sowohl bei der Bekämpfung der Wilderei als auch bei der Entschärfung des Konfliktes zwischen Bauern und Elefanten, der durch die gelegentlich außerhalb des Nationalparks in Pflanzungen der ansässigen Bevölkerung marodierenden Elefanten entsteht. Im Kaeng Krachan Elefantenpark des Zoo Zürich wird dieses Projekt thematisiert.

Sumatra: Aceh und Gunung Leuser Ecosystem

Die Stiftung PanEco ist der lokale Partner des Zoo Zürich in Sumatra. PanEco hat ein breites Engagement in der Region Aceh zur Erhaltung des Lebensraumes der Orang-Utans aufgebaut und betreibt eine Auffangstation zur Pflege und Wiederansiedlung von konfiszierten oder durch die Anlage von Ölpalmplantagen heimatlos gewordenen Orang-Utans.

Chile, Falklandinseln, South Georgia: Neue Pinguin-Schutzgebiete

Der Antarctic Research Trust ART, auch mit Sitz im Zoo Zürich, führt in der Sub- und Antarktis wegweisende und wichtige Forschungsprojekte zur Nahrungsökologie mehrerer Pinguinarten durch. Verschiedene Kolonien von Magellan-, Königs- und Felsenpinguinen sind in den letzten Jahren von einem stetigen Rückgang der Populationsgröße betroffen. Der ART untersucht mit modernsten Techniken das Jagd- und Wanderverhalten dieser Pinguinarten, um die Ursachen des Populationsschwundes wissenschaftlich zu ergründen. Aufgrund der so erworbenen Erkenntnisse konnten Schifffahrtsrouten, Fischereimethoden und Industrieanlagen so gestaltet werden, dass die Pinguinkolonien möglichst wenig betroffen sind. Der ART konnte auch ganze Inseln als strikte Naturschutzgebiete erwerben.

Kenia: Mount Kenya UNESCO World Heritage Region

Mount Kenya Nationalpark, Lewa Wildlife Conservancy und Bill Woodley Mt.Kenya Trust sind die lokalen Partner beim Engagement des Zoo Zürich zum Schutz der Nashörner in der Mount Kenya UNESCO World Heritage Region. Über verschiedene Mitarbeiter ist der Zoo Zürich seit über 30 Jahren mit der Lewa Wildlife Conservancy und deren Engagement gegen die Wilderei von Nashörnern verbunden. Die Lewa Wildlife Conservancy ist 2013 in den UNESCO World Heritage Site Mount Kenya National Park aufgenommen worden. Der Zoo Zürich konnte in den vergangenen zwei Jahren mit wesentlichen Beiträgen die Erstellung eines Wanderkorridors für Elefanten zwischen Mt. Kenya Nationalpark und Lewa Conservancy unterstützen sowie grosse Beiträge an die Umsiedlung von Nashörnern in ein neues Habitat als auch die Errichtung von Wildschutzzäunen entlang der Parkgrenzen leisten.

Kolumbien: Arche Noah für Amphibien

Die fast grenzenlose Verschleppung des Chytrid-Pilzes, der Frösche und Kröten befällt, führt dazu, dass weltweit unzählige Amphibienarten aussterben. In vielen Regionen Südamerikas sind die Froschpopulationen zusammengebrochen. In Zusammenarbeit mit dem Zoo Cali in Kolumbien finanziert der Zoo Zürich eine Arche Noah für die am stärksten bedrohten Froscharten Kolumbiens. In speziellen Einrichtungen werden diese Frösche vom Chytrid-Pilz geschützt und gezüchtet; in der Hoffnung, dass diese Tiere einmal wieder in ihrem natürlichen Lebensraum eingesetzt werden können.

Quelle: PM Zoo Zürich