Das Rätsel ist gelöst: Rostock hat einen kleinen Eisbärenmann

Erste Aufnahmen des Nachwuchs aus der  Höhle - Foto: Zoo Rostock

Erste Aufnahmen des Nachwuchs aus der Höhle – Foto: Zoo Rostock

Als sich Eisbärin Vilma Ende vergangenen Jahres in ihre Wurfhöhle im Zoo Rostock zurückzog, haben die beiden Stammtierpfleger auf der Bärenburg den richtigen Riecher. „Dieses Mal klappt es!“ Nach zehn Jahren Pause war am 3. Dezember 2014 die Freude groß, als auf dem Video ein Meerschweinchen großes und kräftig quiekendes Jungtier entdeckt wurde. In den folgenden Wochen wurde das rasante Heranwachsen des Eisbärenbabys akribisch beobachtet und ausgewertet. Matthias Petzoldt und René Schoknecht waren sich ziemlich sicher: „Das ist ein Junge!“. Nun hat eine erste Kontrolluntersuchung ergeben, dass die beiden Bärenexperten goldrichtig lagen. „Unser kräftiges Rostocker Bürschen wiegt schon 7,5 Kilogramm und macht einen hervorragenden Eindruck“, informierte heute Kuratorin Antje Zimmermann.

Schritt für Schritt hatten die Tierpfleger versucht, die überaus fürsorgliche Mutter Vilma mit kleinen Leckerbissen immer mal wieder von ihrem Baby wegzulocken. Die zwölfjährige Eisbärin ließ jedoch ihr Junges kaum aus den Augen. Diese Woche ergab sich nun erstmals die Möglichkeit, die Beiden für einen kurzen Augenblick zu trennen. „Dass sich das Eisbärenbaby großartig entwickelt hat, ist nicht zuletzt an seinem Gewicht zu erkennen. Er bringt bereits stolze 15 Pfund auf die Waage. Der Kleine wirkt kerngesund und aufgeweckt und weiß sich durchaus auch schon zur Wehr zu setzen“, so Antje Zimmermann.

Ein Enkel für Vienna – wie soll er heißen?
Der Zoo Rostock ruft zur Namensuche auf!

Der kleine Bruder von Knut und Anori, der Sohn von Vilma und Lars, der Enkel von Vienna und Churchill – welchen Namen soll er künftig tragen? Zoodirektor Udo Nagel rief alle Eisbärenfreunde auf, sich an der Namenssuche zu beteiligen. „Bei der Auswahl sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt“, sagte Udo Nagel. „Vielleicht wäre ein nordisch klingender Name schön, leicht und verständlich sollte er sein und eventuell im Zusammenhang mit einer ganz besonderen persönlichen Geschichte stehen.“
Vorschläge und Ideen sowie die Geschichten dazu können bis zum 10. März dem Zoo Rostock mitgeteilt werden.
Aus allen Einsendungen werden die Tierpfleger ihre Favoriten auswählen und diese noch einmal auf Facebook zur Wahl stellen. Unter den Einsendern des Siegervorschlags verlost der Zoo eine Einladung zur Taufe, inklusive eines Hotelgutscheins für zwei Personen und zwei Übernachtungen im Steigenberger Hotel Sonne in Rostock und einer Zoofamilientageskarte. Noch im März soll die Taufe stattfinden.

Wie geht es jetzt weiter?

In seiner Box bei seiner Mutter wird der Kleine immer aktiver und interessiert sich zunehmend für seine Umgebung. Das geschieht noch sehr holprig, weil seine Beine ihn noch nicht recht tragen wollen. Zurzeit sieht man ihn in den Videoaufzeichnungen oft durch die Box rollen, weil er bei seinen Laufversuchen immer wieder umfällt und umher purzelt. Das hindert den kleinen Bären jedoch nicht daran, es immer wieder zu versuchen. Er spielt viel mit seiner Mutti und beißt ihr schon manchmal frech in die großen Bärentatzen oder klettert kreuz und quer auf Vilma herum. Viel Zeit verbringen die Unzertrennlichen damit, eng aneinander gekuschelt zu schlafen. Beim Trinken stellt sich Vilmas Baby nach wie vor sehr geschickt an, so dass es auch schnell wächst und zunimmt. Wenn Vilma die Wurfbox verlässt, ruft das Junge lautstark nach ihr und versucht, seiner Mutter zu folgen. „Es ist noch zu früh, um über Charaktereigenschaften zu reden. Beim genauen Hinschauen könnte man meinen, den Gesichtsausdruck seines Opas Churchill, des berühmtesten Rostocker Eisbären, zu erkennen“, so die Kuratorin.

„Ende März werden Mutter und Kind ins Freie kommen.“ Bis dahin werden immer wieder aktualisierte Aufnahmen direkt aus der Wurfhöhle auf Bildschirmen an der Bärenburg, im Aquarium und im DARWINEUM gezeigt. Zunächst werden Vilma und das noch namenlose Jungtier dann auf der Mutter-Kind-Anlage leben, bis der Kleine sicher schwimmen kann. Dann ist der Umzug auf die größere Anlage vorgesehen. Eisbärenmann Lars (21), Vater vom berühmten Berliner Eisbären Knut (2006-11), ist dann bereits im dänischen Zoo Aalborg. Für Vilma ist es das zweite Kind und auch das zweite mit Lars. Vor zwei Jahren hatte sie Tochter Anori im Zoo Wuppertal das Leben geschenkt. Während Vilma, ein Sprössling von Vienna und Churchill, eine „echte“ Rostockerin ist (3.12.2002), stammt Lars aus dem Tierpark Hellabrunn in München (12.12.1993).

Quelle: PM Zoo Rostock