Dem Kobelt-Zoo droht die Schließung – Aktion „Rettet den Kobelt Zoo!“ soll helfen

Der "Stein des Anstosses" - Foto: Kobelt Zoo

Der „Stein des Anstosses“ – Foto: Kobelt Zoo

Seit 98 Jahren gibt es den Kobelt Zoo nahe dem Frankfurter Flughafen. Dort leben unter anderem Vögel, Affen, Waschbären und Ponys auf 1,7 Hektar in einem idyllischen Waldgebiet. Ein Team aus acht ehrenamtlichen Mitarbeitern und vielen freiwilligen Helfern kümmert sich dort um um die ansässigen Tiere und ebenso um Härtefälle, die vom Veterinäramt an den Zoo vermittelt werden. Doch nicht nur tierische Härtefälle werden hier wieder aufgepäppelt, auch auffällig gewordene Jugendliche können hier, während sie die Tiere versorgen, Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Am Wochenende öffnet der Kobelt Zoo dann seine Pforten und die Besucher können kostenlos diese kleine Oase am Rande der Finanzmetropole Frankfurt genießen.

Doch nun ziehen Wolken über dem kleinen Paradies auf. Alles begann mit der Erkrankung von mehreren Ponys und einem Brand. Als nämlich bei einem Feuer im Dezember 2011 große Teile des Zoos beschädigt wurden entschied man sich im Zuge der Wiederaufbaumassnahmen die Koppel der Ponys zu pflastern, da immer wieder einzelne Tiere auf Grund des feuchten Waldbodens erkrankt waren. Doch diese gut gemeinte Aktion brachte einen Stein ins Rollen. Bei einer Begehung durch Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Frankfurt sah das Amt eine Verletzung der Bauvorschriften und die Zerstörung des Waldcharakters. Es mag sein, dass sich über behördliche Vorschriften streiten lässt, aber wenn man bei der Beanstandung einer unrechtmäßigen Bodenversiegelung – eine gepflasterte Fläche im Wald kann durchaus als solche gesehen werden – plötzlich Gebäude und Wasserflächen aus den 1960er Jahren als Zerstörung des Waldcharakters sieht, so klingt das mehr nach Schikane, als nach behördlicher Gründlichkeit. Aussagen von Seiten des Amts, wonach der Zoo geschlossen werden müsse, zeugen auch nicht unbedingt von Wertschätzung der ehrenamtlichen Mitarbeiter oder Entgegenkommen für eine beliebte Freizeiteinrichtung. Der Maßnahmenkatalog mit dem man die bevorstehende Schließung verhindern könnte, ist aber für einen kleinen Zoo utopisch. Auf etwa 100.000 Euro schätzt Elke Diefenhardt, die Betreiberin des Kobelt Zoo die Kosten die entstehen würden, mal abgesehen von den Gesundheitsproblemen, die den Ponys wieder blühen würden. Da sich aber der Zoo nur durch Spenden und Veranstaltungen finanziert und natürlich laufende Kosten decken muss, ist es beinahe schon ironisch wenn man die Auflagen bis zum vorgesehenen Stichtag am 31.12.2014 erfüllen soll.

Doch der Kobelt Zoo wehrt sich! Eigentlich wollte man wie üblich am 1.Mai seine Tore öffnen, doch nun werden drei Aktionstage unter dem Thema „Rettet den Kobelt Zoo!“ veranstaltet um die Besucher des Zoo zu mobilisieren und über die Umstände zu informieren. Am 12. und 13.April, sowie am 20.April öffnet der Zoo seine Tore und erklärt den Besuchern seine Probleme. Zudem plant man eine Unterschriftenaktion zur Rettung des Zoos und möchte Listen im Zoo selbst und in Geschäften im Umkreis auslegen. Auch Demonstrationen und eine Onlinepetition sind in Planung. Es wäre wünschenswert zumindest eine Fristverlängerung zu erreichen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Kobelt Zoo es schafft dem Amtsschimmel Einhalt zu gebieten. Es wäre schade, wenn wegen behördlicher Erbsenzählerei eine Freizeiteinrichtung geschlossen werden muss, in der schon heutige Großväter, die jetzt mit ihren Enkeln den Kobelt Zoo besuchen, als Kinder den Kontakt zu Tieren aufgebaut haben.

M.Schmid/zoogast.de