Der letzte Bär hat den Zoo Halle verlassen – Bärenanlage nicht mehr zeitgemäß

Foto: Zoo Halle

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Heute war es nun soweit und der letzte Bär verließ den Zoo Halle. Die Braunbärin „Conny“ wird bereits am heutigen Spätnachmittag in Ihrer neuen Heimat eintreffen – dem Alternativen Bärenpark im thüringischen Worbis. Auf Grund von Verkehrsbehinderungen traf das Transportfahrzeug vom Bärenpark mit Verspätung ein und so konnte „Conny“ noch ein paar sonnige „Abschiedsstunden“ auf Ihrer alten Anlage genießen. Auch die reichlich erschienen Medienvertreter von Fernsehen, Rundfunk und Presse ließen die 26jährige Braunbärin völlig unbeeindruckt. Als die Crew aus Worbis dann eintraf, ging alles sehr schnell. Die Braunbärin wurde bereits in den vergangen Wochen trainiert, so dass sie bereitwillig und nur von einer kleiner Belohnung motiviert, selbstständig in ihre Transportkiste ging. Durch die intensive Gewöhnung an die Kiste ist auch gewährleistet, dass der Transport ohne Stress für „Conny“ abläuft. Eine für das Tier wesentlich belastendere Betäubung, wie sie in anderen Fällen durchaus üblich ist, war dadurch nicht notwendig.

Mit Braunbärin „Conny“ endet die traditionelle Bärenhaltung im Zoo Halle – zumindest vorerst. Die in die Jahre gekommene Bärenanlage, bereits in den 70’er Jahren geplant aber erst 1992 fertiggestellt, entspricht nicht mehr den Ansprüchen an eine tiergerechte Bärenhaltung, denen sich der Zoologischen Garten Halle verpflichtet fühlt. Es war allerdings nicht so einfach, ein neues Zuhause insbesondere für eine ältere Bärin zu finden, denn gute, reich strukturierte Bärenanlagen sind rar und oft schon auf Jahre hinweg mit Bären besetzt. Schließlich erreichen Bären in zoologischen Gärten aufgrund verbesserter Haltungsbedingungen und einer guten tiermedizinischen Versorgung oft ein hohes Lebensalter von weit mehr als 30 Jahren. Mit Hilfe des Europäischen Zuchtbuches wurde so bereits für Kragenbär „Benny“ im Herbst vergangenen Jahres im Zoo Ostrava ein guter Platz gefunden. Dieser hat sich mittlerweile gut eingelebt und auch mit den anderen dort lebenden Bären Freundschaft geschlossen. Die verantwortliche Kuratorin Jutta Heuer wollte nun auch sichergehen, dass „Conny“ in ihrem neuen Zuhause noch bessere Haltungsbedingungen vorfindet. Bisher hat sich die Bärin augenscheinlich in Halle sehr wohl gefühlt und wurde von ihren Pflegern liebevoll umsorgt. Dies sah man auch daran, dass „Conny“ stets ein großes Interesse an ihrer Umwelt hatte und keine Verhaltensauffälligkeiten zeigte. Allerdings veranlasste der Anblick der manchmal sehr einsam wirkenden „Conny“ die Besucher zu zunehmender Kritik, wobei man aus biologischer Sicht betonen muss, dass Bären grundsätzlich Einzelgänger sind und im Falle der Bärin „Conny“ alle Versuche fehlschlugen, sie an ein Partnertier zu gewöhnen. Für Kuratorin Jutta Heuer und Zoodirektor Dr. Dennis Müller bleibt trotz des verständlichen Wehmuts „Conny“ wegzugeben die erfreuliche Gewissheit, dass diese in Worbis ein gutes neues Zuhause findet .

Quelle: PM Zoo Halle