Der Pfau im Winter innerhalb des Zoo Zürich

Pfau – Foto: Zoo Zürich

Pfauen im Winter innerhalb des Zoos

Weit hallt der Ruf des Pfauenhahns über den Zoo, der dabei sichtbare Hauch zeigt an: Es ist kalt draußen. Die Pfauen genießen die grösste Freiheit der Zootiere, sie können sich im ganzen Zoo frei bewegen. Dies ist nur möglich, weil diese Vögel sehr standorttreu sind und sich ihren Lebensraum einrichten: Sie haben ihre Schlafbäume, wissen, wo es Futter hat und wo sie Sandbaden können und sie kennen die geeigneten Balzplätze. Nachts pflegen Pfauen zum Schlafen auf bestimmten Schlafbäumen aufzubaumen. Zum Teil findet man auf diesen Bäumen ganze Gruppen, zum Teil schlafen sie – insbesondere Hähne – auch einzeln. Bäume mit einem dichten Efeumantel bieten den Vorteil, dass die Vögel dort auch einen gewissen Schutz vor dem Wind haben. Bedeuten diese Schlafplätze wohl einen Schutz vor Räubern, so sind die Vögel dort aber auch dem Wetter sehr direkt ausgesetzt, dies insbesondere im Winter. Die Kälte macht den Pfauen zwar nichts aus, aber im tiefen Schnee können sie sich nicht fortbewegen und finden kaum Futter. So stellt der Zoo den Pfauen im Winter einen trockenen Bereich vor dem Antilopenstall zur Verfügung, der mit Stroh eingestreut ist und wo sie in dieser Zeit auch gefüttert werden.
Die Männchen müssen zudem jedes Jahr von neuem beweisen, dass sie fit und gesund sind und so genetisch geeignete Väter abgeben. Ausdruck dieser Eignung‘ ist das Pfauenrad mit seinen vielen Augen, das aus den Oberschwanzdeckfedern gebildet wird und beim Aufrichten von den eigentlichen Schwanzfedern gestützt wird. Nach der Fortpflanzungssaison Ende Sommer werden diese Federn gemausert und fallen aus. Während dem Winter wachsen sie dann wieder neu nach. Momentan haben sie etwa einen Viertel ihrer späteren Länge erreicht. Der Aufbau dieser Federn ist gerade in der Winterzeit ein zusätzlicher Energieaufwand für die Hähne.

Der Blaue Pfau

Systematisch betrachtet gehört der Pfau zu den Fasanartigen. Er lebt auf dem indischen Subkontinent in den Wäldern, besonders in Wassernähe. Bei der Bevölkerung sind Pfauen besonders beliebt, weil sie junge Schlangen fressen und sich oft in den Siedlungen aufhalten. Pfauen leben in kleineren Familienverbänden. Der Pfauenhahn besetzt einen Balzplatz, den er als sein Territorium gegenüber anderen Hähnen verteidigt. In der Balz schlägt der männliche Pfau sein Rad und präsentiert seine wunderschönen Federn. Dabei lässt er wiederholt seine Federn so erzittern, dass ein lautes Raschelgeräusch entsteht. Er dreht sich vor der Henne im Kreise, sobald sie sich ihm nähert. Dieses Verhalten wiederholt sich mehrmals, bis sich die Henne vor dem Hahn niederlegt und er sie begattet. Die Henne brütet dann während 28 Tagen ihre vier bis sechs Eier im dichten Gebüsch aus.

Der Pfau in der Mythologie und Wirklichkeit

Der Pfau gilt als Symbol der Schönheit, des Reichtums, der Liebe, der Leidenschaft, aber auch der Unsterblichkeit, der Arroganz und der Eitelkeit. Er ist der indische Nationalvogel und heiliges Tier. In der griechischen Mythologie soll Hermes die 100 Augen des Argos dem Pfau als willkommene Zierde für sein üppiges Federkleid geschenkt haben. Die Redensart «Mit Argusaugen beobachten» geht zurück auf den Hirten Argus (Riese) Panoptes (Allesseher) aus der griechischen Mythologie, der am ganzen Körper Augen hatte. Wenn ein Teil seiner 100 Augen sich durch den wohltuenden Schlaf regenerierte, war der Rest hellwach. Dieser Riese war von Hera, der eifersüchtigen Gattin des Zeus, zum Wächter der von ihr oder vom vorsichtigen Zeus in eine Kuh verwandelten Zeusgeliebten Io bestimmt worden, um Schäferstündchen zwischen Zeus und Io zu verhindern. Zeus gelang es trotzdem, in Gestalt eines Stieres mit Io zu kopulieren und Epaphos zu zeugen. Danach sandte er den Götterboten Hermes zu Argus, der Io befreien sollte. Hermes wusste aber, dass dessen Augen nichts entging. Darum schläferte er Argus mit seinem Flötenspiel ein. Danach konnte er den Riesen mit einem Felsen erschlagen und die schwangere Io konnte entfliehen. Die 100 Augen des Argus schenkte Hermes dann dem Pfau.
In der christlichen Religion galt das Pfauenauge lange als Gottesbeweis, als etwas, was nur Gott erschaffen konnte. Heute wissen wir, dass diejenigen Pfauenhähne mit den meisten und schönsten Schwanzfedern die besten Erfolge bei den Weibchen haben und deshalb in der Evolution klar im Vorteil sind. Es hat sich auch gezeigt, dass diese Hähne die gesünderen sind und weniger Parasiten tragen.

Quelle: PM Zoo Zürich