Der Zoo Dortmund hat seinen eigenen Papst

Foto: Zoo Dortmund / Stadt Dortmund

Mit großem Medieninteresse durften wir alle in den letzten Wochen einem historischen Ereignis beiwohnen: ein amtierender Papst legte sein Amt nieder und ein neuer Papst wurde gewählt. Franziskus I. gilt als moderner Kirchenvater, bescheiden, aber bestimmt zugleich. Zwei Charaktereigenschaften, die auch auf einen der interessantesten Vögel im Bestand des Zoos Dortmund zutreffen.
Getreu seinem südamerikanischen Schwerpunkt zeigt der Zoo Dortmund auch eine Reihe südamerikanischer Greifvögel, darunter den wohl farbenfrohesten Greifvogel der Welt, den Königsgeier.
Königsgeier sind auffällig gefärbt. Ihr nackter Kopf ist am Scheitel, Hals sowie um die Augen rot, die Schnabelwarzen und der Nacken orange bis gelb. An den Wangen befinden sich kurze, gräulichweiße Federn, während der untere Teil des Halses schwarz ist. Die Vorderseite ist weißgrau. Die Flügel sind weiß und an den Schwingen schwarz.
Mit wissenschaftlichem Namen heißen Königsgeier, Sarcoramphus papa. Während der Gattungsname sich auf den fleischfarbigen Schnabel bezieht, bedeutet papa soviel wie „Papst“. Tatsächlich wurde dieser Vogel in der älteren Literatur Papstkondor genannt. Der nächste Verwandte des Papstkondors ist der, ebenfalls im Zoo Dortmund gezeigte, Anden-Kondor – der größte flugfähige Vogel der Welt. In der französischen Literatur wird er auch heute noch „Vautour pape“ genannt. Den Namen hat er seinerzeit (1758) zu Ehren von Papst Benedikt XIV erhalten, der von 1740 bis 1758 auf dem Stuhle Petri saß. Dieser hatte eine ausgeprägte Hakennase und mit dem Pileolus (= die typische Papstmütze) auf dem Kopf sah er fast kahlköpfig aus. So wurde der ebenfalls nacktköpfige Greifvogel, dessen weißes Federkleid durchaus an die Bekleidung des Papstes erinnert, zu einem perfekten Wappentier für den Heiligen Vater.
In der neueren Literatur hat sich die Bezeichnung Königsgeier (engl. King Vulture, span. Condor real, port. Urubu rei) durchgesetzt. Diese reflektiert nicht nur die dominante Stellung, die dieser Beutegreifer in seinem Lebensraum innehat, sondern auch die Maya-Mythologie, welche den Königsgeier als Königssymbol verehrte.

Quelle: PM Stadt Dortmund / Zoo Dortmund