Der Zoo Osnabrück verabschiedet sich von zwei Elefanten

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Am Montag hieß es erneut Abschiednehmen im Elefantenrevier des Zoo Osnabrück. Die Kühe Matibi und Sabi reisten nach Toulouse – ein weiterer Schritt zur Umstellung auf Asiatische Elefanten.

„Das Verladen der Kühe verlief sehr ruhig“, berichtete Zoodirektor Prof. Michael Böer. „Um neun Uhr starteten wir mit den Transportvorbereitungen und um 15 Uhr rollte der LKW aus dem Zoo.“ Der Zoo hatte für den Transport das international tätige Unternehmen Ekipa, Spezialist für Tiertransporte, beauftragt. Erst Sabi, dann Matibi wurden in je einen Spezialcontainer geführt, wie Böer berichtet: „Die Tierpfleger kümmerten sich heute besonders intensiv um die beiden Elefanten, denn natürlich waren beide aufgeregt. Die Kühe erhielten eine Beruhigungsspritze bis sie so entspannt waren, dass wir ihnen Seile um die Fußfesseln legen konnten.“ Per Seilwinde führten die Zoomitarbeiter die Tiere anschließend vorsichtig, einen Schritt nach dem anderen rückwärts in die Container, die auf der Elefantenaußenanlage direkt vor dem Haus standen. Rückwärts sei wichtig, damit die Elefanten, wenn sie wieder aussteigen, sofort sehen können, wo es hingeht. Ein Kran hob die Container mit 2,8 Tonnen (Sabi) und knapp 2 Tonnen (Matibi) anschließend
über die Elefantenanlage auf den LKW.

Lange Fahrt nach Toulouse
Inspiziert und genehmigt wurde der Transport von Amtstierärztin Dr. Jutta Breuer, die vor der Abfahrt noch die Temperatur im Container maß. Die Wände waren aufgrund des Wintereinbruchs mit Strohballen isoliert. Mit bereits fünf Grad Celsius kurz nach Verladen konnte der Wagen dann gen Südfrankreich aufbrechen. „Die Fahrt mit 80 km/h dauert circa 22 Stunden. Für Elefanten ist das Stehen während der Fahrt aber nicht anstrengend, denn sie legen sich sowieso nur sehr selten hin“, erläutert Boer. Der Abschied fiel schwer, schließlich lebte Sabi seit 1987 und Matibi seit 2006 im Zoo Osnabrück.
Viele Tierpfleger verabschiedeten sich von ihren Lieblingen und knipsten noch schnell ein Erinnerungsfoto. Begleitet werden Sabi und Matibi auf ihrer Reise von Tierarzt Thomas Scheibe und einer Tierpflegerin aus dem Osnabrücker Zoo, die in regelmäßigen Abständen nach den Tieren im Transporter schauen.

Sackgasse in der Elefantenhaltung
Da der Zoo Osnabrück mit der Elefantenhaltung in eine Sackgasse geraten war, musste man gemeinsam mit dem Europäischen Zuchtbuchführer für Afrikanische Elefanten eine Entscheidung fällen, wie Böer erklärte: „Matibi und unser Jungbulle Tutume sind Geschwister. Sie können sich nicht fortpflanzen und wollen auch nicht zusammen sein. Leider hatte sich kein passender afrikanischer Bulle zum Tausch mit Tutume gefunden. Gleichzeitig suchte der Emmener Zoo dringend eine neue Bleibe für ihre Asiatische Elefantengruppe.“
Deswegen sei die Entscheidung gefallen, den Asiaten in Osnabrück eine neue Heimat zu bieten, während die Osnabrücker Elefanten in andere Gruppen integriert werden. „Auf diesem Wege hoffen wir auch, allen Elefanten zu ermöglichen, sich fortzupflanzen – was angesichts der Gefährdung der Tierarten, aus Gründen des Artenschutzes aber auch für das Wohlbefinden aller Elefanten-Individuen sehr wichtig ist.“

Bereits im Dezember waren die ehemaligen Zirkuselefanten Miry und Betty nach Italien gereist. Die Hoffnung, dass diese gemeinsam mit Matibi und Sabi eine intakte Elefantengruppe bilden, hatte sich nicht erfüllt. „Wie auch bei Menschenfamilien verstehen sich nicht alle Elefanten automatisch miteinander. Sie sind sehr intelligent und sensibel. Nun hoffen wir, sowohl den Osnabrücker Elefanten, als auch den Emmener Elefanten durch die veränderte Situation mehr Lebensqualität zu ermöglichen“, blickt Böer optimistisch in die Zukunft.

Sobald für Tutume eine neue Heimat gefunden ist – voraussichtlich Kanada – werden die Asiatischen Elefanten aus Emmen ihre Reise nach Osnabrück antreten, laut Zoodirektor Böer spätestens im März.

Quelle: PM Zoo Osnabrück