Deutsche Schimpansen ziehen in den Zoo Basel

Schimpanse Kume – Foto: Zoo Basel

Die Schimpansen-Familie erhält Zuwachs aus Deutschland
Der Zoo Basel hat drei neue Schimpansen aus den Zoos Leipzig und Osnabrück erhalten. Mit Kume (10), Fifi (20) und Gertruida (20) kommen nach über 30 Jahren erstmals wieder nicht verwandte Tiere in die Schimpansen -Familie. Im Gegenzug haben die zwei Basler Weibchen Quamisha (20) und Zamana(11) den Zoo in Richtung Deutschland verlassen. Bei der Zucht sorgt dies für die gewünschte genetische Vielfalt. Für die Tiere bedeutet es ein neues, behutsames Kennenlernen.

Am Donnerstag, 5. September 2013, um 10.30 Uhr sind die drei neuen Schimpansen im Zoo Basel angekommen. Kume (10), ein Männchen aus Osnabrück, Fifi (20) und Gertruida (20), zwei Weibchen aus Leipzig, waren nach der Fahrt wohlauf und leben sich nun bei uns im Zolli ein. Beide wurden von ihren Pflegern nach Basel begleitet, um in ihrer neuen Umgebung eine vertraute Person bei sich haben. Zwei Basler Weibchen, Quamisha (20) und Zamana (11), haben den Zoo Basel verlassen und sind nach Leipzig, beziehungsweise Osnabrück umgezogen und kommen dort in neue Familien.

Die Neuen in Basel
Nach über 30 Jahren kommen erstmals wieder nicht verwandte Tiere in unsere Schimpansen-Familie. Dies ist vor allem für die Zucht wichtig, und gleichzeitig ist es eine große Herausforderung die neuen Tiere in die Gruppe zu integrieren. Die Zolli-Tierpfleger haben 20 Jahre Erfahrung im Integrieren von Schimpansen, bisher allerdings mit Tieren, die aus Basel weggegangen sind und sich in anderen Zoos integrieren mussten. Jetzt werden diese Erfahrungen im Zolli beim Integrieren der drei neuen Tiere in die Basler Familie eingebracht. Dazu braucht es viel Geduld, Feingefühl und ein sehr genaues Beobachten der Tiere. In den ersten Tagen werden die Zolli-Tierpfleger noch unterstützt von ihren Kollegen aus Leipzig und Osnabrück, welche die neuen Tiere seit Langem kennen.

Behutsames Zusammenkommen
Die Zusammenführung unbekannter Tiere muss sehr behutsam vorgenommen werden, vor allem, wenn neue Männchen dazukommen. In der Natur sind Männchen aus verschiedenen Clans unverträglich, dass Männchen die Gruppe wechseln, kommt deshalb nur sehr selten vor. Im Zoo wird dieser Integrierungsprozess von den Pflegern intensiv begleitet. Zuerst können die Tiere durch Gitter getrennt miteinander Kontakt aufnehmen und die neue Umgebung kennen lernen. Anschließend werden einzelne Tiere mit den Neuankömmlingen zusammen gelassen, wobei die Interaktionen ganz genau beobachtet werden können. Erst wenn schon erste Freundschaften entstanden sind und die neuen Tiere Halt in der neuen Familie gefunden haben, werden sie mit der ganzen Gruppe zusammen gelassen.

Blutauffrischung
Zoos sorgen dafür, genetisch vielfältige Tier-Population zu erhalten. Um dies europaweit zu koordinieren, gibt es für Schimpansen ein Europäisches Erhaltungszucht Programm (EEP), bei dem auch der Zoo Basel mitmacht. So wurden die Wechsel in der Basler Gruppe in Zusammenarbeit mit dem EEP geplant und durchgeführt. Die Blutauffrischung innerhalb der Basler Schimpansen-Familie ermöglicht es, in Zukunft weiterhin einen Beitrag an eine florierende Zoo-Schimpansen Population zu leisten.

Quelle: Zoo Basel