Die Humboldt-Pinguine im Tierpark Bochum haben Nachwuchs

Foto: Tierpark Bochum

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Die Humboldt-Pinguine sind die Stars im Tierpark Bochum! Jeden Tag um 10:30 Uhr und 15:30 Uhr stolzieren Sie im vornehmen Frack an den Besuchern vorbei, um sich bei den Tierpflegern ihre Portion Fisch abzuholen. Jetzt hat die 11-köpfige Pinguingruppe einen Neuzugang: Paulchen!

Die Freude im Tierpark war groß, als die Schale des Eis die ersten Risse zeigte und sich Paulchen langsam den Weg ins Frei pickte. Direkt nach dem Schlupf hatte der kleine Vogel ein Normalgewicht von 80 Gramm und war etwa zehn Zentimeter groß. Doch nach zwei Wochen verlor Paulchen plötzlich innerhalb von nur 48 Stunden erheblich an Gewicht. Tierpfleger Lukas Gers erinnert sich: „Ein so großer Gewichtsverlust ist gefährlich. Wir hatten Sorge, dass die Eltern ihrem Nachwuchs nicht mehr genug Futter gaben.“ Deshalb entschieden Zoodirektor Ralf Slabik und sein Team, den Vogel mit der Hand aufzuziehen. Um die Gewichtszunahme zu beobachten, wurde Paulchen regelmäßig gewogen und mehrmals am Tag mit kleinen Fischstückchen gefüttert. In der ersten Zeit kam Lukas Gers, der nicht weit vom Tierpark entfernt wohnt, sogar nachts noch einmal, um nach seinem Schössling zu schauen.

In der liebevollen Obhut der Pfleger entwickelt sich Paulchen prächtig! Mittlerweile ist der Humboldt-Pinguin bereits 12 Wochen alt und schon so schwer wie seine ausgewachsenen Artgenossen. Seine grauen Daunen hat er fast vollständig gegen das charakteristische schwarzweiße Federkleid eingetauscht – nur das fehlende schwarze Brustband und die fehlende schwarze Gesichtsmaske verraten sein jugendliches Alter. Unter der Aufsicht von Lukas Gers unternimmt Paulchen mittlerweile auch erste Schwimmversuche – zunächst in einem kleinen, separaten Becken, dann auch im großen Becken der Nordseewelten, welches er später mit seiner Pinguin-Familie und den vier Seehunddamen des Tierparks teilen wird. „Paulchen ist sehr neugierig und erkundet mit viel Freude seine neue Umgebung“, berichtet Lukas Gers stolz. „Wir werden ihn jetzt behutsam an das Zusammenleben mit seinen Artgenossen gewöhnen. Bald wird er unsere Hilfe nicht mehr brauchen.“ Und dann werden auch die Besucher des Tierparks Paulchen bei den täglichen Fütterungen sehen und bei seiner weiteren Entwicklung beobachten können.

Kurz nach Paulchen ist ein weiterer Pinguin in der Erlebnisanlage Nordseewelten geschlüpft. Er wird in den Bruthöhlen von seinen Eltern großgezogen und ist auch bald alt genug, um das Nest zu verlassen.
Der Humboldt-Pinguin ist einer von insgesamt 17 verschiedenen Pinguinarten. Anders als viele Menschen vermuten, leben die meisten Pinguine nicht im Eis! Der natürliche Lebensraum des Humboldt-Pinguins umfasst die Küstenregionen Perus und Chiles. Doch die Pinguinart ist vom Aussterben bedroht und hat daher einen hohen Schutzstatus. Bestimmte Fischereitechniken mit Stellnetzen und Dynamit sowie sinkende Bestände von Fischen, welche Humboldt-Pinguine als Nahrung nutzen, sind maßgebenden für die Gefährdung der Vögel verantwortlich. Zoologische Einrichtungen wie der Tierpark Bochum haben es sich zur Aufgabe gemacht, bedrohte Tierarten zu schützen! Seit fast 40 Jahren leben Humboldt-Pinguine im Tierpark Bochum. Als Mitglied der Vereinigung „Sphenisco – Schutz des Humboldt-Pinguin e.V.“ unterstützt der Tierpark den Schutz und die Überwachung von Brutkolonien des Pinguins in seinem natürlichen Lebensraum, die Errichtung von Meeresschutzzonen sowie die Durchsetzung von Fangverboten mit Kiemennetzen und die Verhinderung des Fischens mit Dynamit. Die Arbeit der Zooschule des Bochumer Tierparks leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Schutz der sympathischen Frackträger. Im Rahmen von Führungen und Schulprojekten werden Besucher über die wichtige Arbeit von zoologischen Einrichtungen und ihre Beteiligung an Erhaltungsschutzprogrammen aufgeklärt und somit für den Tier- und Artenschutz sensibilisiert.

Quelle: PM Tierpark Bochum