Die Keas (Papageien) in der Wilhelma haben Nachwuchs

Foto: Schon nach drei Monaten ist der junge Kea Tapu (links) fast so groß wie sein Vater Nelson. Foto: Wilhelma

Schon nach drei Monaten ist der junge Kea Tapu (links) fast so groß wie sein Vater Nelson – Foto: Wilhelma

Die Keas zählen auf den ersten Blick nicht zu den auffälligsten Tieren der Wilhelma. Die Bergpapageien aus Neuseeland gehören aber eindeutig zu den schillerndsten Persönlichkeiten mit ihrem gewitzten Charakter und ihren optischen Besonderheiten. Näher hinzuschauen lohnt sich allein schon, will man aktuell den Kea-Nachwuchs auf den Subtropenterrassen in dem Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart anschauen. Denn das Ende April geborene Küken Tapu ist jetzt, da es nach 12 bis 13 Wochen das Nest verlassen hat, schon fast so groß wie seine etwa 45 Zentimeter großen Eltern Nelson und Tekao. Der markanteste Unterschied ist: Bei dem Jungtier prägt noch ein kräftiges Gelb die Wachshaut um die Nasenlöcher, den Unterschnabel und die Augenringe. Diese Partien werden in den nächsten Jahren grau bis schwarz.

Sein Gefieder ist noch kräftig olivgrün, während es bei den Erwachsenen mit der Zeit ins Gelbliche ausbleicht. Kea-Federn haben an ihren Enden einen dunklen Saum. So wirkt das Kleid filigran wie aus kleinen Dachschindeln gedeckt. Ihre ganze Pracht zeigt sich jedoch erst, wenn die Keas ihre Flügel spreizen und ein kräftiges Rot-Orange mit etwas Gelb und Blau aufblitzt.

Sie sind gute Flieger. Typischer ist jedoch, dass sie laufen – und aufgeregt hopsen. Und das tut die lebhafte Art der Nestorpapageien oft. Denn Keas sind clever und furchtbar neugierig. Während die meisten Vögel Distanz halten, wenn etwas Ungewohntes passiert, kommen die Keas heran und beäugen es mit Interesse. Dann stecken sie ihren Schnabel, der besonders schmal und stark gebogen ist, keck in alles, was ihnen unterkommt. „Die Keas sind außerordentlich verspielt“, sagt Tierpfleger Sascha Royla. „Sie haben Freude, Dinge zu untersuchen und auseinander zu nehmen. Wir legen ihnen immer wieder Spielzeug in die Voliere und denken uns Beschäftigungen für sie aus.“ Deshalb bleiben die Besucher dort gerne einmal länger stehen.

Nicht jeder ist allerdings ein Freund der regen Geschöpfe. So mancher Neuseeland-Tourist hat ein zwiespältiges Verhältnis zu ihnen. Keas leben in den Gebirgen der Südinsel. Oberhalb der Baumgrenze sind sie karge Kost gewöhnt: vor allem Wurzeln, Beeren, Samen und Knospen sowie den einen oder anderen Käfer. Da ist der oft nahrhafte Inhalt von Rucksäcken – die sie genauso behände zu öffnen verstehen wie Reißverschlüsse von Zelten – eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Aber auch Gummi lockt sie an, das sie mit Vorliebe aus Scheibenwischern und Türdichtungen der Mietwagen der Urlauber picken.

Quelle: PM Wilhelma