Die Schneeleoparden der Wilhelma ziehen zwangweise ins Raubtierhaus um

Schneeleoparden-Jungtier – Foto: Wilhelma

Umzug ins Raubkatzenhaus:
Schneeleopardenmutter und ihre Kinder in neuem Heim
Kailash und ihr dreiköpfiger Nachwuchs sind umgezogen: Statt in der Schneeleopardenanlage nahe der Eisbären werden sie jetzt einige Monate im Raubtierhaus leben, im mittleren Gehege zwischen Jaguar Petra und den Nordpersischen Leoparden Aman und Mesched. Der Grund: Die Kleinen können die ersten Lebensmonate noch durch die Maschen des Schneeleoparden-Gehegezaunes schlüpfen. Und weil gleich drei „junge Wilde“ draußen auf Dauer nur schwer im Auge zu behalten beziehungsweise im Zaum zu halten sind, bleiben Mutter und Kinder jetzt voraussichtlich bis zum Frühjahr 2014 im Raubtierhaus.
Laila, Karim und Kamal, die drei jungen Schneeleoparden, hatten es schnell herausgefunden: Sie sind klein genug, um durch die Maschen des Gehegezaunes ihrer Anlage zu passen. Und natürlich nutzten sie diesen Umstand und trieben sich fortan regelmäßig außerhalb der Anlage im Gebüsch herum. Die Mutter musste derweil natürlich drinnen bleiben und ihren Nachwuchs regelmäßig wieder herein rufen, wenn dieser zu lange zum Spielen draußen verweilte – falls nicht der Hunger die Bande vorher zurück trieb. Für die Besucher war das Triumvirat aufgrund seiner kleinen, heimlichen Ausflüge eher selten zu entdecken, denn meist spielten sie gut im Dickicht verborgen. Doch bevor die drei Raubkätzchen nun weiter heranwachsen – sie passen noch gut einige Wochen bis Monate durch die Maschen – und ihren Aktionsradius unkontrolliert ausdehnen, wurden sie vor allem zu ihrer eigenen Sicherheit ins Raubkatzenhaus gebracht. Hier wohnen sie mit ihrer Mutter Kailash in einem Außengehege in der Mitte der Anlage, das fast ebenso groß ist wie ihr bisheriges Domizil, sowie in einem viel größeren Innengehege, in dem die Besucher sie ebenfalls sehen können. Wie lange die Mutter-Kind-Gruppe hier bleibt, ist noch offen, aber mindestens bis zum Frühjahr 2014. Der Vater, Kater Ladakh, bleibt solange allein im Schneeleopardengehege, was ihn als ursprünglichen Einzelgänger jedoch nicht weiter stört. Ab etwa einem Jahr sind Laila, Karim und Kamal dann soweit, dass ihnen ein noch größerer Umzug bevorsteht. Dann reisen sie in andere Zoos, wo sie später selbst für Nachwuchs ihrer seltenen Art sorgen können. In ihrer Heimat, den unwirtlichen Hochgebirgen Zentralasiens, gibt es nach Schätzungen nur noch 2.000 Irbisse, wie Schneeleoparden auch heißen: Damit gehören sie zu den seltensten Arten der Erde.

Quelle: PM Wilhelma