Die Störche des Zoo Basel machen sich auf den Weg Richtung Süden

Weissstorch mit Jungtieren – Foto: Zoo Basel

Störche im Reisefieber
Die Brutsaison der westlichen Weissstörche im Zoo Basel war auch dieses Jahr erfolgreich. Trotz des nassen und kalten Frühlings zogen die Elternpaare auf den 27 Horsten des Zoos 31 Jungvögel auf. Die meisten Jungvögel haben den Zolli bereits in Richtung Süden verlassen. Ihr Drang zu ziehen scheint besonders gross zu sein.
Die Altvögel ziehen meistens etwas später. Sie werden die lange Reise in den nächsten drei bis vier Wochen antreten. Störche sammeln sich zu grösseren Trupps, die dann gemeinsam ziehen. Für das Brutgeschäft hatten die Störche nicht viel Zeit. Zwischen der Eiablage und der Auflösung der Familie liegen in der Regel nur rund 16 Wochen.
Warum denn in die Ferne schweifen…
Die Störche sind im Zolli jetzt am besten gegen Abend zu beobachten, wenn sie von ihren Ausflügen in die Region zurückkehren. Mit dem typischen Klappern geben sie bekannt, dass sie wieder zu Hause auf ihren Nestern sind. Ab Ende September werden die Storchenhorste verwaist sein. Aber nicht alle Störche ziehen weg. Rund 15 Störche überwintern üblicherweise im Zoo Basel. Sie stammen aus Projekten zur Wiederansiedlung der Störche in der Schweiz. Da sie erst als erwachsene Tiere ausgewildert wurden, zeigen sie kein Zugverhalten. Aber auch diese Störche müssen ihr Futter selber suchen.
Mit Sendern dem Zugverhalten auf der Spur
Störche legen auf ihrem Zug nach Süden pro Tag rund 200 Kilometer zurück. Die mitteleuropäischen Störche gehören zu den Westziehern, sie umfliegen das Mittelmeer auf der westlichen Seite. Via Spanien und Gibraltar zogen sie traditionellerweise nach Westafrika. In den letzten Jahren bleiben viele Störche in Südspanien. Oft halten sie sich auf Mülldeponien auf, wo das Nahrungsangebot groß ist. Die Gesellschaft Storch Schweiz erforscht die Gründe für diese Veränderung. Im Projekt „SOS Storch – Storchenzug im Wandel“ wird die Flugroute mittels Satellitensendern verfolgt. Der Zoo Basel unterstützt dieses Projekt. Aktuell tragen drei Zolli-Störche einen Sender.
Auf Wiedersehen Amelios
Amelios III, ein Jungvogel von diesem Jahr, ist am 27. Juli losgezogen. Am 14. August unternahm er seinen ersten Langstreckenflug von 240 Kilometern. Nach einer nächtlichen Rast in der Nähe von Lyon, zog er am folgenden Tag rund 320 Kilometer bis nach Südfrankreich. Derzeit befindet er sich in der Nähe von Perpignan. Zum ersten Mal wurde im Juni im Zoo Basel ein Altvogel besendert. Er hat jetzt bereits Spanien erreicht. Yumna ist letzten Frühling im Zoo Basel geschlüpft und hat sich vor einem Jahr nach Süden aufgemacht. Seither hält er sich in Spanien auf. Es ist üblich, dass Jungvögel erst nach einigen Jahren an ihren Ursprungsort zurückkehren.
Störche und Naturschutz
Die Weissstörche sind 1950 in der Schweiz ausgestorben. Zu den Gründen zählte der Rückgang der Feuchtgebiete und damit auch des Nahrungsangebotes für die Störche.
Heute beträgt die Population über 300 Brutpaare. Im Zoo Basel konnte 1982 die erste Brut eines freifliegenden Paares beobachtet werden.

Quelle: PM Zoo Basel