Die Wilhlema in Stuttgart hat ihr historisches Vogelhaus neu gestaltet

Foto: Wilhelma

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Afrika liegt so nah: Denn im neu gestalteten, historischen Vogelhaus begrüßt den Wilhelma-Besucher ein vielstimmiger Chor afrikanischer Vögel. Das historische Gewächshaus, welches vom Haupteingang kommend direkt an das Kakteenschauhaus anschließt, wurde in einer Gemeinschaftsaktion von Tierpflegern und Gärtnern in einen tropischen Wald verwandelt.

Auffälligste Bewohner der Voliere sind die geselligen Blaunacken-Mausvögel. Die mausgrauen Vögel zeichnen sich durch den namensgebenden blau gefärbten Nacken aus. Sie haben einen recht langen Schwanz und tragen eine Federhaube, die sie, je nach Erregungsgrad, aufstellen können. Mausvögel leben in Schwärmen von bis zu 30 Tieren und halten ständig durch flötende Rufe Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern. Insgesamt leben derzeit elf Mausvögel in der Voliere. Wie bei allen Mausvögeln, die übrigens eine ganz eigenständige Ordnung unter den Vögeln bilden, kann auch der blaunackige Vertreter seine Körpertemperatur senken, um in kühleren Zeiten Energie zu sparen.

Daneben ist der Amethystglanzstar der schillerndste Mitbewohner. Bei dieser kleinsten Glanzstarenart unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich. Während das Männchen ein auffälliges, blau bis violett schillerndes Gefieder trägt, ist das Weibchen eher unscheinbar, braun gefärbt. Mausvögel und Glanzstare teilen sich ihre Voliere mit Waalia- und Maidtaube, wobei erstere vor allem versteckt im Blätterdickicht sitzt und mit ihrem grau-grün-gelbem Federkleid nur dem aufmerksamen Beobachter auffällt. Zwischen den Stämmen verschiedener Feigenarten huschen zudem Harlekinwachteln umher.

Komplettiert wird der Eindruck des tropischen Afrikas durch die Bepflanzung des Gewächshauses innerhalb und außerhalb der Voliere. Geprägt wird diese von großen, afrikanischen Feigenbäumen. Besonders spannend ist ein Stamm, der direkt neben dem Eingang des Hauses steht: Auf diesem wachsen so genannte Aufsitzerpflanzen, die auf Baumstämmen ohne direkten Kontakt zum Boden überleben und die benötigten Nährstoffe vor allem aus der Luft beziehen. Unter diesen findet sich auch eine Besonderheit: Rhipsalis baccifera, der einzige Kaktus, der natürlicherweise auch außerhalb Amerikas zu finden ist. Diese Aufsitzerpflanze entwickelt Früchte, die stark an die Beeren der einheimischen Mistel erinnern und genauso wie diese, von Vögeln verbreitet wird.

Quelle: PM Wilhlema