Donaulachse im Aquarium der Wilhelma

Foto: Wilhelma

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Der „Fisch des Jahres 2015“ hat Einzug gehalten im Aquarium der Wilhelma. Hier gibt es nicht nur exotische Fische zu sehen. Denn einheimische Arten sind ebenso spannend – und oft leider genauso bedroht. Das gilt auch für den Huchen. Er gehört zu den größten Lachsfischen unserer Breitengrade und lebt im Flusssystem der Donau. Der Bestand dieses Donaulachses, der bis auf stattliche 1,5 Meter Länge und rund 30 Kilo Gewicht heranwächst, wäre mittlerweile ohne die Hilfe von Fischzüchtern bereits zusammengebrochen. Sie setzen immer wieder Nachzuchten aus. Denn der Donaulachs leidet unter der Zerstörung seines Lebensraums.

Der Huchen benötigt zum Ablaichen einen kiesigen Grund sowie kühles und schnell fließendes Wasser, das reich an Sauerstoff ist. Vor 100 Jahren lebte er in der Donau noch oberhalb von Ulm und auch in Zuflüssen wie der Isar und dem Lech. Der Bau von Wehren, die Regulierung der Donau für die Schifffahrt, das Aufstauen für zahlreiche Wasserkraftwerke und der Kiesabbau haben seither die seichten Laichgründe zerstört beziehungsweise die Flüsse so unterteilt, dass Laichwanderungen flussauf zu dieser „Kinderstube“ unmöglich geworden sind. Auf diese Weise ist der standorttreue Donaulachs vom Aussterben bedroht.

Um dem entgegenzuwirken, fordern Naturschützer, die letzten natürlichen Gewässerabschnitte der Donau zu erhalten und durch Renaturierung ein frei durchwanderbares Fließgewässer mit natürlicher Gewässerdynamik wiederherzustellen. Dies soll die zuletzt isolierten Vorkommen des Huchens wieder zusammenzuführen, damit sich ein Bestand entwickelt, der sich selbst erhalten kann.

Der Donaulachs ernährt sich von Fischen, Amphibien und Entenküken. Er kann bis zu 15 Jahre alt werden. Seine Geschlechtsreife erreicht er mit drei bis vier Jahren und einer Länge von 80 Zentimetern. Die Wilhelma hält derzeit rund ein Dutzend junger Donaulachse in der Abteilung für einheimische Süßwasserfische.

Quelle: PM Wilhelma