Drei Jungstörche überwintern im Wildpark Lüneburger Heide

Foto: Wildpark/Thomas

Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, ihrem leuchtend orangenen Schnabel und dem charakteristischen Klappern sind die Weißstörche im Sommer aus dem Landschaftsbild in Norddeutschland nicht wegzudenken. Schon lange vor Beginn der kalten Jahreszeit haben die Tiere ihre sommerlichen Futterplätze verlassen und sind nach Südeuropa und Afrika gezogen, um dort den Winter zu verbringen. Nicht so drei Jungstörche, die vor kurzem im Wildpark Lüneburger Heide in
Hanstedt-Nindorf ein neues Zuhause gefunden haben. Äußerlich sind sie von ihren erwachsenen Artgenossen hauptsächlich durch den in der Länge und intensiven Färbung noch nicht ganz ausgebildeten Schnabel zu unterscheiden. Vor allem aber an ihrem Verhalten kann man erkennen, dass es sich um Jungstörche handelt: Die drei necken sich gegenseitig, picken eifrig jeden umherliegenden Zweig auf, jagen mit wildem Flügelschlag durch ihr neues Gehege und beobachten neugierig, was die Wildpark-Besucher jenseits des niedrigen Zauns machen. Die winterliche Kälte ist
für die Tiere kein Problem. Solange genügend Nahrung vorhanden ist, kommen die Zugvögel auch in
unseren Breitengraden bequem durch den Winter. Und nachts finden die drei Störche ohnehin Schutz
in einer geschlossenen Hütte.
Seit Anfang der 20er Jahre verzeichnen Naturverbände in Europa einen starken Rückgang von „Meister
Adebar“, wie der Weißstorch im Märchen auch genannt wird. Durch die Intensivierung der
Landwirtschaft sind die Lebens- und Futterräume der Störche – vor allem feuchtes Grünland und
Flussauen – immer kleiner geworden oder ganz verschwunden. Ende der 80er Jahre sind die
Bestandszahlen zwar wieder angestiegen, Entwarnung geben die Naturschützer aber noch nicht.
Dürreperioden in den afrikanischen Winterquartieren und der Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel
wie DDT in den Entwicklungsländern gefährden nach wie vor den Bestand der Tiere. Störche sind in
der Wahl ihrer Nahrungsinsekten nicht sehr wählerisch und fressen auch vergiftete Insekten. In
Deutschland leben nach letzten Zählungen rund 4000 Brutpaare.

Quelle: PM Wildpark Lüneburger Heide