Drei Nesthocker im Allwetterzoo Münster – Bruterfolg bei den Chile-Flamingos

Foto: Allwetterzoo Münster

Foto: Allwetterzoo Münster

Drei Flamingo-Küken sind bereits geschlüpft, weitere Küken können noch folgen. Es handelt sich um den 2. Bruterfolg nach 2013 bei den Flamingos im Allwetterzoo Münster.

Zur Eröffnung des Allwetterzoo Münster am 2. Mai 1974 begrüßt eine graziöse Flamingo-Gruppe im Eingangsbereich die Zoobesucher. Erst später ziehen die rosafarbenen Stelzvögel um an ihren heutigen Standort am Elefanten-Park. Und noch viel später, nämlich 2013, gibt es den ersten Bruterfolg bei den Chile-Flamingos mit zwei geschlüpften Jungvögeln.

Jetzt, drei Jahre nach dem ersten Erfolg, verkündet der Allwetterzoo den zweiten Bruterfolg bei den Flamingos: „Drei Küken sind bislang geschlüpft“, so Zookurator Dr. Dirk Wewers. „Das ist schon ein Küken mehr als beim ersten Schlupf und somit ein gutes Zeichen, dass sich die exotischen Vögel hier bei uns wohlfühlen.“ Ob noch mit weiteren Küken bei dieser Brut zu rechnen sei, kann der Biologe noch nicht genau sagen. „Es sieht so aus, dass noch drei bis vier Eier unter den Flamingos liegen, aber das ist schwer zu schätzen“, schmunzelt Wewers, „weil die Altvögel so selten aufstehen…“

Chile-Flamingos reagieren äußerst empfindlich auf Störungen am Nistplatz, so dass in manchen Jahren bestimmte Kolonien überhaupt nicht zur Eiablage schreiten. Die Nester stehen dicht beieinander. Das Nest besteht aus einem 30–40 cm hohen Schlammhügel im flachen Uferwasser, der oben eine flache Mulde trägt, in die ohne weitere Auspolsterung das einzige weiße Ei gelegt wird. Nur selten findet man zwei Eier in einem Nest. Die Jungvögel haben ein weißes, kurzes, dichtes Dunenkleid, das nach 4 Wochen durch ein graues Jugendkleid ersetzt wird. In den ersten 4 Tagen bleibt der junge Flamingo auf dem Nest hocken, bei Störungen aber kann er bereits nach wenigen Stunden weglaufen und schwim­men. Nach Verlassen des Nestes finden sich mehrere Jungvögel zu »Kindergärten« zusam­men, über die ständig einige Altvögel Wache halten. Da der Filterschnabel noch nicht voll entwickelt ist, sind die Jungen noch von den Eltern abhängig, die sie persönlich erken­nen und mit einer besonderen Nähr­flüssigkeit, der »Milch« der Flamingos, füttern. Diese ist durch Fett und Proteine besonders nahrhaft. Im Alter von 6 Wochen sind die jungen Flamin­gos dann voll befiedert, flügge werden sie mit rund 78 Tagen. Geschlechtsreif werden Flamingos mit etwa 6 Jahren.

Flamingos sind eine recht alte Vogelgruppe, deren Überleben in Freiheit heute durch die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes wie Beunruhigung durch Lärm, z. B. Flugzeuge sowie Trockenlegungen etc. ernsthaft in Frage gestellt wird. Flamingos können im Zoo über 50 Jahre alt werden.

Quelle: PM Allwetterzoo Münster