Dreiköpfige Waschbärgruppe aus einer Auffangstation im Neunkircher Zoo angekommen

Foto: Neunkircher Zoo/Monsieur de Maurice

Foto: Neunkircher Zoo/Monsieur de Maurice

Im Neunkircher Zoo gibt es in der naturnahen Sumpflandschaft für Waschbären und Europäische Nerze seit Freitag, dem 10. April 2015, drei neue Bewohner. Aus der TIER- und ARTenschutzstation Maßweiler TIERART e.V. in der Nähe von Pirmasens kam als Gesellschaft für den im Zoo der Kreisstadt Neunkirchen alteingesessenen fast achtjährigen Waschbärmann EDDIE ein Trio dieser Kleinbärenart. Es handelt sich um die 2012 geborene Waschbärdame MARY, sowie das 2011 geborene Geschwisterpaar LILLI und FIPS. Alle drei wurden als kleine Findelkinder in der Nähe von Heidelberg und Wernigerode aufgefunden und von Menschenhand aufgezogen, bevor sie schließlich in die Auffangstation nach Maßweiler und von dort aktuell als Leihgaben nach Neunkirchen gelangten. Bei den ursprünglich aus Nordamerika stammenden Waschbären handelt es sich im Allgemeinen nicht um eine einheimische Tierart. Sie breiten sich aber seit dem 20. Jahrhundert als so genannte Neozoen in Europa aus und dürfen auch bejagt werden. So kam es im Fall von MARY, LILLI und FIPS vermutlich zur Bejagung der Muttertiere und die jungen Waschbärwelpen blieben als Waisenkinder zurück. Die wisseschaftlichen Meinungen zur Bejagung von Waschbären und ob sie eine Bedrohung für die einheimische Tierwelt darstellen variieren sehr.

Die bis zu neun Kilogramm schweren Waschbären sind auch für das „Waschen“ ihrer Nahrung bekannt, wobei sie aber diese nur mit ihren empfindlichen Tasthänden genauer erfassen und ebenso unerwünschte, nicht fressbare Teile entfernen.

Im Neunkircher Zoo bilden die Waschbären ab dem Spätfrühjahr wieder eine tierische Wohngemeinschaft mit Europäischen Nerzen. Diese kleine, akut vom Aussterben bedrohte Marderart wird in den Sommermonaten in Kooperation mit dem Verein zur Erhaltung des Europäischen Nerzes – EuroNerz e.V.- und dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) problemlos zusammen mit den bedeutend größeren Waschbären in der Sumpflandschaft gehalten. Es gab schon mehrfach Nachzuchten bei den Nerzen in Neunkirchen zu vermelden. Diese werden unter anderem an der Ill wieder ausgewildert oder kehren wie die Elterntiere im Herbst in die Zuchtstation in der Nähe von Osnabrück zurück. Bei den Waschbären ist allerdings kein Nachwuchs geplant, weswegen alle männlichen Tiere kastriert sind.

Quelle: PM Neunkircher Zoo