Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Foto: Tierpark Bochum

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in Nordrhein-Westfalen existiert nun schon im 20. Jahr und begeht dieses Jubiläum am 19. Juni mit einer großen Feier auf dem Gelände des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) in Köln. Es stieß in den vergangenen Jahren auf ein zunehmend hohes Interesse und hat sich bei jungen Menschen, die eine Starthilfe im Übergang von der Schule in das Berufsleben suchen, sehr bewährt. Offenbar trifft dieser Freiwilligendienst bei vielen Jugendlichen auf ein Grundbedürfnis nach einem Orientierungsjahr nach der Schule.

Die ausgesprochen positive Bilanz, die das Landesjugendamt Westfalen-Lippe in der Einsatzstellenkonferenz am 26.03. in Warendorf zog, kann vom Tierpark Bochum nur bestätigt werden. Zurzeit gibt es im Bereich des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) 68 Einsatzstellen mit insgesamt 150 Plätzen. Der Tierpark Bochum ist seit vielen Jahren die einzige Organisation in Bochum, die Plätze für das FÖJ zur Verfügung stellt und ist aktuell bereits mit den Planungen für den 12. Jahrgang beschäftigt. Während in den ersten Ausbildungsjahren jeweils rund 50 – 60 Bewerbungen eingingen, stieg die Zahl der Interessenten seit drei Jahren auf jeweils 110 – 120 Bewerber an. Siebenundzwanzig junge Menschen wurden bisher betreut, davon acht Teilnehmer in ein festes Ausbildungsverhältnis übernommen, wovon inzwischen zwei ehemalige FÖJler als festangestellte Tierpfleger im Tierpark Bochum beschäftigt sind.

Auch im letzten Jahr haben wieder drei junge Erwachsene ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Tierpark begonnen und die festen Mitarbeiter in den verschiedensten Tätigkeitsbereichen unterstützt. Dies betraf nicht nur die tatkräftige Mitwirkung bei tierpflegerischen Arbeiten, sondern auch die gärtnerische und handwerkliche Unterstützung bei der landschaftlichen, biotopnahen Gestaltung von Lebensräumen und die Mitarbeit bei zoopädagogischen Angeboten. So haben die drei FÖJler des Jahrgangs 2014/2015 beispielsweise bei der Gestaltung des neuen Erlebniswaldes im Tierpark mitgewirkt. Unter der Anleitung von Tierpfleger-Auszubildenden Marvin Lück errichteten sie eine Totholzhecke (Benjeshecke), die das neue Areal umrahmt und nun Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung bietet.

Für den siebzehnjährigen Steven Gojowczyk ist die Arbeit als Tierpfleger ein absoluter Traumberuf. „Ich habe während meiner Zeit hier im Tierpark viele schöne aber auch lehrreiche Erfahrungen gesammelt: Wir FÖJler wurden in viele Projekte wie die Umgestaltung und Reparatur von Tieranlagen miteinbezogen und durften nach einer Einweisung auch Aufgaben wie Tierfütterungen selbstständig übernehmen.“, schwärmt Steven. Deshalb möchte er im Anschluss an sein FÖJ eine Ausbildung zum Tierpfleger beginnen und sieht in seinen gesammelten Kenntnissen eine gute Einstiegschance.

Das FÖJ gibt jungen Menschen die Zeit, ihre Berufswahl vorzubereiten, gibt ihnen die Möglichkeit viele Erfahrungen zu sammeln und ist ein Entfaltungsjahr zwischen Schule und Beruf. Die Bewertungen und persönlichen Kommentare junger Menschen, die bereits ein FÖJ geleistet haben, sind durchweg sehr positiv. „Ich empfehle jedem, sich nach dem Schulabschluss Zeit für ein solches Orientierungsjahr zu nehmen.“, meint der derzeitige FÖJler Peter Zimmermann (18) und fährt fort: „Man wird selbstständiger und organisierter, was einem beim Einstieg in das Arbeitsleben aber auch im Studium nur von Vorteil sein kann.“ Peter möchte nach Beendigung des Freiwilligen Ökologischen Jahres ein Studium in den Bereichen Biologie und Umwelt beginnen – den Tieren und der Natur bleibt er also treu. Die Abiturientin Indra Runte kennt den Tierpark Bochum schon von klein auf. Aus ihrer Zeit als FÖJlerin bleibt Indra vor allem die Versorgung der zwei Schwarzspitzen-Riffhaie und des Pinguinnachwuchses als besondere Highlights in Erinnerung. „Ich möchte im Wintersemester ein Studium beginnen“, sagt die Neunzehnjährige. „Den Tierpark werde ich jedoch weiterhin regelmäßig besuchen, um auf dem Laufenden zu bleiben und zu sehen was sich verändert.“

Das FÖJ ist ein Angebot für die persönliche und berufliche Lebensorientierung junger Menschen und ist damit ein sehr sinnvoll genutztes Jahr. Junge Menschen entwickeln in dieser Zeit nicht nur soziale Kompetenz und eine große Selbständigkeit, sondern sie setzen sich auch intensiv und engagiert mit ökologischen Fragen auseinander, lernen ökologische Zusammenhänge kennen und entwickeln eine Sensibilität für unsere Umweltprobleme. Sie arbeiten in konkreten Projekten des Umweltschutzes mit und lernen neue Arbeitsfelder in attraktiven Berufen kennen und machen hierbei wertvolle Erfahrungen. Begleitend dazu finden in regelmäßigen Abständen Seminare zu umweltrelevanten Themen wie „Energie und Klima“, „Ernährung“, „Konsum und Globalisierung“ sowie Landwirtschaft“ statt.

Mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) wird den Absolventen außerdem ein Angebot unterbreitet, für unsere Umwelt praktisch tätig zu sein und gleichzeitig ökologische und umweltpolitische Zusammenhänge besser zu verstehen. Dieses besondere Angebot gibt es in NRW seit 1995. Dieses besondere Angebot gibt es in NRW seit 1995. Es wird sowohl aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, als auch von Eisatzstellen – wie dem Tierpark Bochum – selbst finanziert.

Quelle: PM Tierpark Bochum