Ein Tapirhengst für den Zoo Osnabrürck

Foto: Zoo Osnabrück/Lisa Josef

Foto: Zoo Osnabrück/Lisa Josef

Am Montagabend zog Tapirhengst Mauri aus dem Zoo Zürich in den Zoo Osnabrück ein. Hier hoffen die Zoomitarbeiter mit Mauri die Zucht der Flachland-Tapire, einer bedrohten Tierart, wieder aufnehmen zu können. Außerdem wartet der Zoo auf ein neues Mitglied in der Giraffengruppe.

Besonders hübsch oder niedlich sind sie nicht, die „lebenden Fossilien“, wie man Tapire auch nennt, weil sie sich in den letzten 50 Millionen Jahren nicht verändert haben. Doch wer sie bei einer der kommentierten Fütterungen im Zoo kennen gelernt hat, gerät schnell in den Bann dieser meist sanftmütigen und eigentümlichen Tiere. „Wir halten seit Eröffnung des Südamerika-Hauses Mitte der 70er Jahre Tapire und haben auch schon in der Vergangenheit erfolgreich nachgezüchtet. Doch seit dem altersbedingten Tod von Tapirmann Ernesto Anfang 2013 gab es keinen Nachwuchs mehr. Das wird sich hoffentlich bald ändern“, so Tobias Klumpe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Osnabrück. Tapire zeichnen sich durch ihren gedrungenen Körperbau aus, mit dem sie sich perfekt im Dschungeldickicht fortbewegen können. Außerdem ist ihr kleiner Rüssel – eine Verbindung der Oberlippe und der Nase – sehr auffällig, den sie bei der Nahrungsaufnahme wie ein Greiforgan einsetzen. Dienstagabend rollte der Pferdetransporter mit Tapirmann Mauri in einer speziellen Transportbox auf den Wirtschaftshof. „Mauri soll sehr freundlich und an den Tierpflegern interessiert sein, sagten uns die Kollegen aus dem Zoo Zürich. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms wurde uns der zweieinhalbjährige Hengst zugeordnet“, berichtet Klumpe weiter. Flachland-Tapire, die im südamerikanischen Regenwald leben, sind durch die Zerstörung ihres Lebensraumes sowie durch die Jagd vom Aussterben bedroht. Die Zoomitarbeiter hoffen nun, dass insbesondere Tapirweibchen Elisa dem neuen Herrn im Hause gefällt. Insgesamt wohnen im Zoo Osnabrück vier Weibchen: Elisa, Elvira, Olivia und Lola. Ob Mauri Gefallen an Elisa findet, stellt sich jedoch frühestens in 390 Tagen heraus – so lange dauert die Tragzeit der Regenwaldbewohner, die übrigens mit dem Nashorn und dem Pferd verwandt sind.

Während Tapir Mauri sich langsam einlebt, warten die Tierpfleger im Giraffenrevier auf das achte Jungtier der Giraffenkuh Ursula. „Am Dienstag hatte sie nach 15 Monaten Tragzeit ihren Stichtag, sodass das Jungtier in den nächsten Tagen kommen sollte. Am Euter erkennt man auch schon die Wachstropfen, die die Zitzen verschließen und so verhindern, dass die eingeschossene Milch vor Geburt des Jungtieres austritt“, berichtet Tierpflegerin und Giraffenrevierleiterin Petra Kunze. Nun müsse sich nur noch das Baby absenken. Eventuell könne das Giraffenjungtier bereits am Wochenende das Licht der Welt erblicken, vermutet Kunze.

Quelle: PM Zoo Osnabrück