Ein Wespenbussardküken von der Autobahn in den Zoo Schwerin

Foto: Zoo Schwerin / Höft

Körperlich groß ist das Wespenbussardküken, welches momentan hinter den Kulissen aufgezogen wird, wahrlich nicht. Aber eine große Sensation. Wespenbussarde sind sehr selten geworden und so ist es auch für den Zoo Schwerin die erste Aufzucht eines Kükens dieser bedrohten Art.
Am 15.07. kam das ca. 14 Tage alte Findelkind in den Zoo. Es wurde vom Mittelstreifen der A24 gerettet. Unsere Mitarbeiter konnte es anhand der schlitzförmigen Nasenlöcher als Wespenbussard identifizieren (ansonsten sehen sich die Küken der verschiedenen Greifvogelarten sehr ähnlich). Die so geformten Nasenlöcher sollen verhindern, dass ihre Hauptnahrung in freier Wildbahn – Wespen und Bienen – in die Nasenlöcher fliegen.
Nun bestand das große Problem in der Beschaffung adäquater Nahrung: in freier Wildbahn schaffen die Eltern Wespenwaben an und füttern ihre Küken mit den darin enthaltenen Larven. Dank der Hilfe umliegender Imker und Imkerverbände konnte genug Drohnenbrut besorgt werden um wenigstens einen Teil seines riesigen Hungers zu stillen. Der Rest wurde mit fetten Wachsmottenlarven befriedigt. Inzwischen ist er schon in der Lage Küken (ein weiterer Bestandteil der natürlichen Aufzuchtsnahrung – neben Amphibien und Reptilien) zu fressen.
Wir hoffen ihn bis Ende August flügge zu bekommen, damit er dann mit seinen Artgenossen den Zug nach Afrika antreten kann. Zur Identifizierung, falls er einmal wieder gefunden werden sollte, hat Herr Dr. Zimmermann ihn schon einmal beringt.

Quelle: PM Zoo Schwerin