Elefant Ludwig feiert seinen letzten Geburtstag in München

Foto: Tierpark Hellabrunn/Sebastian Widmann

Foto: Tierpark Hellabrunn/Sebastian Widmann

Ludwig, seines Zeichens Asiatischer Elefant und echter bayrischer Schlawiner, ist ein Star im Münchner Tierpark. Heute, am 6. Mai 2015, ist sein ganz großer Tag: Hellabrunn feiert Ludwigs vierten Geburtstag! Seine Tierpfleger, der Zoodirektor, die Bürgermeisterin, Besucher, Journalisten und TV-Teams: Alle Fans sind da, um zu gratulieren. Gleichzeitig ist dies aber auch eine Abschiedsparty: Der kleine graue Riese verlässt bald seine Heimatstadt München und macht sich auf die Reise zu männlichen Altersgenossen in den Zoo Heidelberg. Doch der Publikumsliebling und Herzensbrecher Hellabrunns beweist: Eine Abschiedsfeier muss keine traurige Angelegenheit sein!
„Unser Elefantenbulle Ludwig ist nun im richtigen Alter, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Wir feiern einerseits seinen vierten Geburtstag, andererseits aber auch den Abschied von seiner Heimatstadt München und dem Tierpark Hellabrunn, wo er am 6. Mai 2011 geboren wurde.“, erläutert Zoodirektor Rasem Baban. „Der Zoo Heidelberg, in den Ludwig im Verlauf des Monats Mai umziehen wird, bietet mit der deutschlandweit einzigen Jungbullengruppe rundum beste Bedingungen. Hier wird er die nächsten Jahre verbringen und sich perfekt auf die Zeit vorbereiten können, wenn er alt genug sein wird, seine eigene Familie zu gründen.“

Männliche Elefanten werden in der freien Wildbahn im Alter von etwa vier bis fünf Jahren aus ihrer Geburtsgruppe herausgedrängt. Auch im Zoo ist dies ein schwieriges Alter, denn die kleinen Bullen sind noch zu jung, um von den Kühen als Zuchtpartner akzeptiert zu werden. So leben junge Elefantenbullen im Alter von Ludwig übergangsweise in Junggesellengruppen und erlernen das Gruppenverhalten.

In letzter Zeit hat der 1,6 Tonnen schwere Ludwig seine Stoßzähne immer vehementer ausprobiert, zum Leidwesen der Elefantendamen Mangala, Steffi und Panang. Auch mit seiner Mutter Temi, die hin und her gerissen ist zwischen Fürsorge für Ludwig und Gereiztheit wegen seines nervenaufreibenden Verhaltens, gab es öfter Auseinandersetzungen. Seine Kraft stellt er gerne unter Beweis, indem er Spielzeug wie zum Beispiel eine mit Steinen gefüllte Kugel mit seinen Stoßzähnen wegstößt oder mit einem 300 Kilogramm schweren Stamm spielt. Da wird ganz deutlich: Es ist Zeit, dass Ludwig sich mit gleichaltrigen Elefantenbullen misst.

Anlässlich seines 4. Geburtstages zeigt das jüngste Mitglied der Hellabrunner Elefantengruppe eindrucksvoll, was es während seiner Lehrjahre in Hellabrunn gelernt hat. Als die Tierpfleger „Salut“ rufen, hebt Ludwig schwungvoll seinen Rüssel und ein Vorderbein in die Luft. Zur Belohnung gibt es am Ende der fast zehnminütigen Präsentation seines Könnens die Leibspeise des gebürtigen Münchners: eine Breze, zum heutigen Anlass noch größer als eine Riesen-Brezn auf der Wiesn! Ludwigs Begeisterung ist riesig und er nimmt den Gratulanten, dem Zoodirektor Rasem Baban und der Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden des Tierparks Christine Strobl das Geschenk mit dem Rüssel aus den Händen und lässt es zwischen seinen Stoßzähnen verschwinden. An normalen Tagen bekommt Ludwig vor allem Gräser, Blätter, Rinde, Weichholz und Früchte zu fressen. Besonders gerne mag er Bananen und Orangen, Gemüse verschmäht er.

Christine Strobl hat Ludwig besonders in ihr Herz geschlossen: „Unser Wiggerl war schon immer ein ganz Gewiefter. Gerade vier Minuten auf der Welt, stand der kleine Bulle. Jetzt, im Alter von vier Jahren, zeigt er uns beim Training, dass er ganz wie seine Mutter und seine Tanten alle Kommandos beherrscht – vom Rüsselheben bis zum Hinlegen. Wir werden unseren Schlawiner alle wahnsinnig vermissen, wenn er demnächst in den Zoo Heidelberg umzieht. Gleichzeitig wissen wir aber, dass das Leben mit den neuen Gefährten dort für die kommenden Jahre das Beste für ihn ist. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute!“

Um Ludwig einen reibungslosen und stressfreien Umzug zu ermöglichen, wird der genaue Termin seines Weggangs nach Heidelberg nicht bekannt gegeben. Ihm vertraute Tierpfleger werden ihn begleiten, die ersten Tage mit ihm in Heidelberg verbringen und dafür sorgen, dass er sich bestens auf die neue Situation einstellen kann.

Quelle: PM Tierpark Hellabrunn