Elefantenfamilie zieht von Hannover nach Belgien

Califa mit Baby - Foto: Erlebniszoo Hannover

Califa mit Baby – Foto: Erlebniszoo Hannover

14 (!) Asiatische Elefanten wurden im Erlebnis-Zoo Hannover seit 2003 geboren. Dank dieses großen Zuchterfolgs bei der vom Aussterben bedrohten Tierart kann jetzt erstmalig in Hannover eine komplette Herde, bestehend aus Müttern, Kindern und Kindeskindern, an einen anderen Zoo weitergegeben werden. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) reist Elefantenkuh Khaing Hnin Hnin (32) mit ihren Töchtern Farina (11), Soraya (4) und Malay (19 Monate) sowie ihrer Enkelin Amithi, der 21 Monate alten Tochter von Farina, in Kürze in den Zoo Pairi Daiza in Belgien.

In der indischen Tempelanlage in Pairi Daiza stehen der Familie ein 4.100 m² großes Elefantengehege nebst Warmhaus zur Verfügung. Eine Erweiterung der großzügigen Anlage wird im kommenden Jahr abgeschlossen.

„Der Abschied fällt uns natürlich unheimlich schwer, aber wir sind auch sehr stolz auf die harte Arbeit der vergangenen Jahre, die dazu geführt hat, dass wir die Tiere im vertrauten Familienverband weitergeben können“, so Erlebnis-Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff.

1997, parallel zum Bau des Dschungelpalastes, hatte das Zooteam begonnen, eine neue Zuchtherde zusammenzustellen. Die Kühe Manari und Sayang kamen aus Malaysia, Khaing Hnin Hnin aus den Niederlanden, die Bullen Calvin und Nikolai aus Kanada. Die Zusammenstellung wurde ein voller Erfolg: Nach 30 Jahren Zuchtpause wurden 2003 wieder die ersten Kälber in Hannover geboren: Califa und Farina. Es folgten zwölf weitere Elefantenkälber – 2010 wurde sogar ein Weltrekord aufgestellt, als fünf Kälber innerhalb eines Kalenderjahres im Erlebnis-Zoo auf die Welt kamen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine zweigeteilte Herdenstruktur rund um die Kühe Khaing Hnin Hnin mit ihren Nachkommen sowie Manari und Sayang mit ihren Kindern. „Im Rahmen des EEP wurde nun entschieden, die kleinere Familie im vertrauten Sozialverband an einen anderen Zoo weiterzugeben“, erklärte Klaus Brunsing, Zoologischer Leiter.

Es ist ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Die fünf Elefanten reisen in ein tolles neues Zuhause, trotzdem sind wir traurig“, erklärt Elefantenpfleger Jürgen Kruse. „Wir arbeiten seit Jahren täglich mit den Tieren zusammen, haben wochenlang Nachtwache bei den werdenden Müttern im Stall gehalten. Für uns sind sie wie eine Familie.“

Behutsam werden Khaing Hnin Hnin und ihre Töchter bereits seit Tagen auf die Reise vorbereitet. Die Transportcontainer wurden ins Gehege gestellt und konnten erst einmal ausgiebig berüsselt werden. Seitdem führen die Pfleger die Elefanten täglich in die Kisten, immer begleitet von köstlichen Leckereien.

Heute wurden Khaing Hnin Hnin und ihre Familie offiziell verabschiedet – mit einem riesigen AU REVOIR aus Gras, Obst und Gemüse. Auf der Reise nach Belgien werden die Elefanten von zwei Elefantenpflegern aus Hannover begleitet. Sie bleiben bei ihnen, bis sich die fünf an ihre neue Umgebung gewöhnt haben.

Vom Aussterben bedroht
In freier Wildbahn gilt der Asiatische Elefant als vom Aussterben bedroht.
Um die Art zu erhalten, beteiligt sich der Erlebnis-Zoo Hannover seit Jahren am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm.

Nachwuchs ist dringend erwünscht: Um den Bestand in Europa zu erhalten, müssten mindestens 15 Kälber pro Jahr geboren werden. „Es ist daher sehr wichtig, dass Zoos weiter Elefanten züchten“, erklärte Klaus Brunsing, Zoologischer Leiter. In Pairi Daiza wartet bereits der imposante Bulle Po Chin (14) auf Khaing Hnin Hnin und Farina.

Die Herde in Hannover
Nach der Abreise von Khaing Hnin Hnin und ihrer Familie besteht die Herde in Hannover aus neun Elefanten: Bulle Nikolai (21), Indra (41), Manari (24), Sayang (19), Califa (11), Saphira (4), Sitara (1), Taru (9 Monate) und Yumi (7 Monate).

Paten
Auch die Paten der Elefantenkinder Amithi und Malay, Petra Holtzmann mit ihrer Familie sowie das Unternehmen Johnson Controls, vertreten durch Julia Pelaez-Avila, verabschiedeten sich heute von ihren Patentieren. Sie halfen, das große Buffet aus Gras, Gemüse und Obst im Dschungelpalast auszulegen und sahen zu, wie die Elefantenfamilie ihr Geschenk in wenigen Minuten verputzte. Au revoir!

Quelle: PM Erlebniszoo Hannover