Erdmännchen-Nachwuchs in der Wilhelma in Stuttgart

Foto: Wilhelma

Glatt verdoppelt hat sich in kürzester Zeit die Zahl der Wilhelma-Erdmännchen, die erst Anfang April in ihre runderneuerte und erweiterte Anlage nahe der Netzgiraffen eingezogen waren.
Denn Ende Mai brachte das dominante Weibchen im bis dato vierköpfigen Rudel der südafrikanischen Schleichkatzen, gleich vier Jungtiere auf einen Streich zur Welt. Sie sind jung, frech und haben vor allem eines im Sinn: Wie komme ich an Mamas leckere Milchquelle ran? Für dieses übergeordnete Ziel kleben die vier Erdmännchen-Kids ihrer Mutter oft äußerst hartnäckig an den Fersen. Diese aber hat durchaus nicht rund um die Uhr Lust, als Milchbar
herzuhalten, und läuft vor ihrer nimmersatten Brut auch mal davon oder legt sich platt auf den Bauch, die begehrten Zitzen unter sich begrabend. Doch da hat sie die Rechnung ohne die Durchschlagskraft der Erdmännchen-Gene gemacht! Die Veranlagung zum Buddelmeister wird den Schleichkatzen
schließlich in die Wiege gelegt, was heißt, dass die Kleinen in dem Fall kurzerhand versuchen, im Sand kleine Tunnel unter den Bauch und zur mütterlichen Zitze zu graben. Weit kommen sie allerdings nicht, denn Mama muss ja nicht liegen bleiben. Also beginnt die Jagd von vorn. Dabei sind
sie in der Tat äußerst putzig anzuschauen, die Mini-Erdmännchen. Kein Wunder, kann sich kaum ein Besucher am Gehegerand den Ausruf „Oh wie süß“ verkneifen.
Die ersten drei Wochen nach ihrer Geburt waren die Kleinen allerdings nicht zu sehen, sondern lagen
noch nackt und blind in der geschützten, warmen Erdmännchen-Höhle unter Tage. Erst dann
begannen die vier erwachsenen Tiere, sie ab und zu an die frische Luft zu schleppen, erste kurze
Sichtungen des Nachwuchses wurden ab 16. Juni gemeldet. Während dieser anfangs aber meist nur
kurz und tollpatschig auf der Anlage umhertaumelte, sind die Kleinen mittlerweile putzmunter und
fidel. Selbst das „Männchen machen“, das für den späteren Job als Wachtposten wichtig ist, klappt
inzwischen ohne umzufallen, und das Herumflitzen mit steil erhobenen Schwänzchen sowieso.
Mitunter zeigen die Kleinen sogar bereits Zähne und balgen ein wenig um die Rangfolge im
Erdmännchen-Kindergarten, bevor sie wieder einen Erwachsenen erklimmen und zur Matratze für die
nächste kleine Siesta umwidmen. Die Älteren nehmen es gelassen, schließlich sind Kinder das A und
O im Clan und werden immer von allen wie der eigene Augapfel gehütet. Im matriarchalisch
strukturierten Familienverband der Surikaten, der in der Wildnis bis zu 40 Tiere umfassen kann,
zeugen nämlich immer nur das dominante Weibchen und der ranghöchste Mann Nachwuchs, die
anderen Mitglieder spielen Babysitter – Weibchen springen teils sogar als Ammen ein – und steigern
so gemeinsam die Überlebenschancen der Kleinen. Chemische Botenstoffe des dominanten Paares
verhindern die Zeugungsfähigkeit der übrigen Clan-Mitglieder, solange es selbst zuchtfähig ist. Wer
aber von den zwei in Stuttgart geborenen Männchen der neue Vater und welches der beiden
Weibchen aus Warschau die neue Mutter der kleinen Erdmännchennation werden würden, war
anfangs noch unklar, als die vier sich im Winterquartier hinter den Kulissen kennen lernten, stritten
und flirteten. Erst der Nachwuchs, der dort schon gezeugt worden sein muss und nach elfwöchiger
Tragzeit zur Welt kam, brachte nun ans Licht, wer die „Ersten unter Gleichen“ im neu gegründeten
Erdmännchenstaate der Wilhelma sind.

Quelle: PM Wilhelma, Stuttgart