Erlebnis-Zoo Hannover: Exmoor-Pony und Harzer Rotvieh geboren

Harzer Rotvieh Irene - Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Harzer Rotvieh Irene – Foto: Erlebnis-Zoo Hannover

Erlebnis-Zoo Hannover: Exmoor-Pony und Harzer Rotvieh geboren
Samtschnauze & Farbklecks

Das Leben ist kein Ponyhof. Das hat Camilla schon begriffen, obwohl sie erst wenige Tage alt ist. Auf einem Ponyhof leben schließlich nur Ponys. Aber das Fohlen der Exmoor-Ponys stolziert auf der Koppel im Erlebnis-Zoo Hannover neben einem unübersehbaren rotbraunen Farbklecks, der abstehende Ohren hat, ständig kaut und mit seiner langen Zunge seine ganze Nase abschlecken kann. Und nicht sehr elegant galoppiert. Garantiert kein Pony. Camilla hält sich lieber an Ihresgleichen.

Als Kalb des imposanten Harzer Rotvieh lässt sich Irene, der rote Farbklecks, von der gerümpften Samtschnauze des Fohlens keineswegs beeindrucken. Ihresgleichen sind sie allemal: Das Exmoor-Ponys als auch das Harzer Rotvieh gehören zu den stark bedrohten Haustierrassen.

Fohlen Camilla wurde am 7. Juni 2014 geboren, liebt es, an allem zu knabbern (sei es Grashalm, Zinkwanne oder Holzzaun) und mit großen Sprüngen über die Koppel zu galoppieren – um sich dann in aller Ruhe in die Sonne zu legen und stundenlang zu schlafen. Mutter Mona hat derweil immer ein Auge auf ihr Fohlen, damit ihm weder die Kühe Irene und Mutter Irma noch Camillas Vater Bruno zu nahe kommen.

Kalb Irene (5. Juni 2014) ist zwar nur zwei Tage älter als Camilla, aber schon viel ruhiger. Irene liebt es beschaulich, trinkt gerne ausgiebig bei Mutter Irma – sie will ja schließlich mal 600 Kilo wiegen – und erkundet ruhigen Schrittes die Koppel, untersucht Baum und Borke, Wanne und Wagen. Nur manchmal sticht sie der buchstäbliche Hafer, dann rennt sie los, muht laut – und legt sich wieder nieder zum Schlafen.

Zähe Wilde

Das Exmoor-Pony geht vermutlich auf keltische Ponys zurück, die während der Bronzezeit durch keltische Einwanderer nach England gebracht wurden. Seit dem 11. Jahrhundert lebt das Pony halbwild in Exmoor, einem wilden Landstrich im Südwesten von England. Es hat einen stämmigen Körperbau, dunkelbraunes Fell mit hellen Stellen an der Innenseite der Vorder- und Hinterschenkel, Augen und Schnauze. Die Schulter ist zurückgesetzt, was dem Tier große Trittsicherheit verleiht. Das Pony gilt als außerordentlich zäh und widerstandsfähig. Weltweit gibt es nicht mehr als 800 Exmoor-Ponys. In Deutschland leben noch ca. 130 Tiere.

Seltene Tiere – viele Namen

Das Harzer Rotvieh gehört zu den ältesten und ursprünglichsten Nutztierrassen. Besonders typisch für diese Rinderrasse aus Deutschland ist das durchgehend rot-braune Fell und die weit herabhängende Wamme.

In der Literatur wird das „Roten Höhenvieh“ häufig als Keltenvieh bezeichnet. Der Name entstand, da diese Rinderrasse von dem Rind abstammt, das vom Volksstamm der Kelten nach Europa gebracht wurde. Die kräftigen Tiere konnten hervorragend zur Feldarbeit eingesetzt werden. Und obwohl die landwirtschaftlichen Bedingungen in den Mittelgebirgen kärglich waren, gab das Keltenvieh ordentlich Milch und war ein guter Fleischlieferant. Das Rind wurde daher in vielen Gebieten gezüchtet und so entstanden weitere Namen, wie zum Beispiel Vogelsberger, Waldecker, Bayrisches Rotvieh, Harzer Rotvieh, Odenwälder Rotvieh.

Artenschutz

Mit der Nachzucht der Exmoor-Ponys und des Harzer Rotviehs trägt der Zoo zum Erhalt der bedrohten Haustierrassen bei.

Mehr Infos zum Erlebnis-Zoo Hannover: ZOO- UND TIERPARKLISTE

Quelle: PM Erlebnis-Zoo Hannover