Erlebnis-Zoo Hannover: Nachwuchs bei den Schnee-Eulen

Schneeeulen-Küken - Foto: Erlebniszoo Hannover

Schneeeulen-Küken – Foto: Erlebniszoo Hannover

Erlebnis-Zoo Hannover: Nachwuchs bei den Schnee-Eulen
Küken im Fussel-Federkleid

Zugegeben, ein wenig sehen sie aus wie geplatzte Staubsaugerbeutel. Grau, fusselig, zerzaust. Mit übergroßen gelben Augen blicken sie ergeben in ihr vorübergehendes Schicksal: Einen Schönheitswettbewerb werden Schnee-Eulen als Küken wohl kaum gewinnen – dafür sind sie ausgewachsen umso imposanter.

In der Kanada-Landschaft Yukon Bay im Erlebnis-Zoo Hannover pickten sich am 3., 5. und 10. Juni , nach einer Brutzeit von 33 Tagen, vier Küken aus ihren Eiern. Etwa 18 Tage nach dem Schlupf verließen die Schneeeulen-Küken einer nach dem anderen das Nest. Die beim Schlupf etwa 46 Gramm leichten Küken wachsen innerhalb von 60 Tagen zu stattlichen Eulen heran. So lange kümmern sich die Euleneltern Harry und Hermine um ihre Sprösslinge.

Je älter die Eulen werden, desto heller wird ihr Federkleid. Dessen Farbe verrät später auch das Geschlecht der Schnee-Eule: Während Eulenmännchen schneeweiß sind, zieren Eulenweibchen dunkelgraue bis braune Tupfer und Sprenkel. Die Jungeulen lernen etwa acht bis neun Wochen nach dem Schlupf das Fliegen. Bis dahin sind sie in ihrer Voliere in Yukon Bay zu sehen.

Steckbrief Schnee-Eule

Herkunft: Europa, Nordamerika, Asien
Nahrung: Fische, Nager, Vögel, Amphibien, Käfer
Größe: 70 cm hoch
Gewicht: 3 kg
Brutzeit: 33 Tage
Max. Alter: 28 Jahre

Kälte macht ihr gar nichts aus!
Das Federkleid der Schnee-Eulen ist mit den vielen Flaumfedern sehr dicht. Auch die Beine und Zehen sind dicht mit kurzen Federn besetzt. So ist der Vogel bei den arktischen Temperaturen gut vor der Kälte geschützt. Gleichzeitig dienen die Federn als „Schneeschuhe“ – bei gespreizten Krallen kann die Schnee-Eule selbst auf pulvrigem Schnee gut laufen ohne einzusinken.

Hauptgericht: Lemminge
Als einzige Eulenart hat sich die Schnee-Eule an die harten Lebensbedingungen der Arktis angepasst. Während des kurzen Sommers, in dem es kaum dunkel wird, machen die Schnee-Eulen vor allem Jagd auf Lemminge. Das sind kleine Nagetiere, die wie Wühlmäuse aussehen. An einem Tag verschlingen sie immerhin drei bis vier der kleinen Nager. Etwa alle vier Jahre vermehren sich die Lemminge explosionsartig. Dann freuen sich die Schnee-Eulen riesig, weil sie ihre Kinder in diesen fetten Zeiten problemlos über die Runden bekommen. Ein Futterfest geradezu.

Kaum zu glauben, aber wahr:
Eigentlich sind Eulen ausgesprochene Nachttiere. Die Schnee-Eule hingegen jagt rund um die Uhr, bei Tag und bei Nacht. Das liegt daran, dass es in dem Gebiet nördlich des Polarkreises ein halbes Jahr dunkel ist. Das andere halbe Jahr herrscht der ununterbrochene Polartag, und es ist immer hell. Am liebsten lauert die Schnee-Eule auf Zwergbäumen oder auf einem Felsen auf ihre Opfer. Sie ist aber auch ein geschickter Fischer. Sie packt die Beute mit ihren scharfen Krallen, hebt sie mit einem kräftigen Flügelschlag aus dem Wasser und bringt sie sicher an Land. Und dann wird geschmaust.

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Quelle: PM Erlebnis-Zoo Hannover