Erlebniszoo Hannover: Erster Erdmännchen-Nachwuchs seit fünf Jahren

Foto: Erlebniszoo Hannover

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Die Sonne bringt das gut gehütete Geheimnis der Erdmännchen im Erlebnis-Zoo Hannover sprichwörtlich an den Tag: Kaum scheint sie für mehr als eine Stunde, streckt der bislang im warmen Bau vor allen Augen abgeschirmte Nachwuchs die Nase nach draußen.

Wochenlang hatte sich der Clan mit seinem wertwollen Schatz hinter den Kulissen geradezu verschanzt. Nichts und Niemand durfte einen Blick auf den Nachwuchs werfen. Aber jetzt gibt es kein Halten mehr: Die drei Mini-Männchen Gustav, Rocky und Pauline stürmen immer öfter ins Frühlings-Freie und erobern ihr Gehege am Ufer des Sambesi. Sie klettern waghalsig an Ästen hoch (und fallen dabei gerne mal in den Sand), versuchen ihrer Art gemäß zu graben und zu scharren (klappt noch nicht sehr elegant), üben sich im Männchen machen (wobei sie noch leichte Balance-Probleme haben). Eines klappt schon wunderbar: Wenn sie ein lautes Geräusch hören, verschwinden sie flugs im sicheren Bau. Sind alle Abenteuer erlebt und alle Löchlein gegraben, kuschelt sich das Trio an seine Mutter, um sicher und bewacht zu schlafen.

Fünf Jahre ist es her, dass es im Erlebnis-Zoo zuletzt Nachwuchs bei den Erdmännchen gab. Die Familienmitglieder damals waren alle miteinander verwandt, die Zuneigung eher geschwisterlicher Art. Also wurde die Gruppe neu gemischt: Im Frühjahr 2014 zog das zweijährige Weibchen „Mausi“ ein – und alle Männchen wollten ihr gefallen.

In freier Wildbahn sind die Erdmännchen-Weibchen die dominanten Tiere einer Gruppe. Die ranghöchsten Weibchen entscheiden, mit wem sie sich paaren. Naturgemäß suchen sie sich den stärksten Partner aus, und nur dieses Alpha-Paar bekommt Nachwuchs. Also gaben die Männchen im Erlebnis-Zoo mächtig an, keckerten, rauften, balgten um Futter. Mausi beobachtete still. Wen sie nicht mochte, schob sie einfach mit der Pfote beiseite. Schließlich stand der Favorit fest: Das Männchen mit dem buchstäblichen Dickschädel wurde auserwählt. Einvernehmlich zogen die beiden sich zurück.

Mehrere Rendezvous und eine Tragzeit von 77 Tagen später, brachte Mausi am 10. März 2015 ihren Nachwuchs in der warmen Wurfbox hinter den Kulissen zur Welt. Bei der Geburt wiegen Erdmännchen-Babys gerade mal 25-36 Gramm. Erst nach 14 Tagen öffnen sie die Augen und folgen dann langsam ihrer Familie ins Freie. Wer der Vater ist, lässt sich am Verhalten der Tiere übrigens nur schwer erkennen: Um die Jungenaufzucht kümmern sich immer alle Mitglieder einer Kolonie.

Quelle: PM Erlebniszoo Hannover