Erneuter Zuchterfolg bei den Grossen Ameisenbären im Zoo Halle

Ameisenbärennachwuchs – Foto: Zoo Halle

Erneuter Zuchterfolg bei den Grossen Ameisenbären

Freudige Nachrichten aus dem Bergzooo. Bereits Anfang November wurde um wiederholte Male ein Großer Ameisenbär geboren. Das am 6.11.2013 geborenes Jungtier ist ein Männchen und das Geburtsgewicht betrug 1.300 g. Heute wiegt er bereits 2243 g. Mutter Stella ist den Pflegern gegenüber sehr zutraulich. Deshalb wurde das Jungtier anfangs jeden Tag gewogen und sogar Ultraschalluntersuchungen bei der trächtigen Mutter waren kein Problem, wenn sie während der Untersuchung mit Lieblingsfutter verwöhnt wurde. Typischerweise werden Jungtiere bei den Ameisenbären auf dem Rücken der Mutter transportiert. Sie halten sich selbständig im Fell der Mutter fest und sitzen meist an der Schwanzwurzel. Die Fellzeichnung der Mutter findet sich dabei im Jungtier wieder, so dass ein Ameisenbärbaby nur sehr schwer zu entdecken ist. Der neue Bergzoobewohner ist allerdings bereits sehr fit und verlässt manchmal jetzt schon den schützenden Rücken der Mutter. Allerdings ernährt er sich derzeit noch ausschließlich von Muttermilch. Auf Grund der ungünstigen Witterung ist das Jungtier mit der Mutter derzeit ausschließlich in einem Innengehege untergebracht welches für Besucher nicht zugänglich ist. Deshalb hat die zuständige Kuratorin Jutta Heuer extra am Kleintierhaus einen Monitor installieren lassen, auf dem ein Video über Mutter und Kind gezeigt wird. Letzteres ist übrigens noch namenlos. Klar ist lediglich, der Name soll mit dem Buchstaben E anfangen und ein spanischer oder portugiesischer Name sein. Der Zoo bittet daher alle Zoofreunde bis zum Jahresende Namensvorschläge per E-Mail oder über Facebook einzusenden. Der meist vorgeschlagene Name wird dann dem Ameisenbär im Januar per Namenstaufe verliehen.

Es ist bereits das 5. Jungtier dieses Elternpaares welches auch alle anderen Jungtiere problemlos aufgezogen hat. Mittlerweile sind diese in Zoos von Dortmund, Longleat Safari in Großbritannien, Belfast und Köln heimisch geworden. Inzwischen hat das hallesche Ameisenbärpaar sogar 5 Enkel, welche in Dortmund und Longleat (GB) das Licht der Welt erblickt haben. Noch vor 10 Jahren war die Geburt eines Ameisenbären in einem Zoo eine Sensation, heute werden diese außergewöhnlichen Tiere in verschiedenen Zoos in Deutschland und Europa erfolgreich gezüchtet. Dies ist sicher auf die gut abgestimmte Ersatznahrung anstatt der sonst natürlichen und namensgebenden Ameisenhauptspeise sowie auf die mittlerweile umfangreichen Haltungserfahrungen zurückzuführen. Große Ameisenbären gehören zu einer sehr alten und ursprünglichen Tiergruppe, den Nebengelenktieren, die es heute nur noch in Südamerika gibt. Sie zählen außerdem zu den Nahrungsspezialisten, da sie sich in der Natur ausschließlich von Ameisen und verschiedenen Termiten ernähren. Ihr zahnloses langes rundes Maul mit der bis zu 60 cm langen klebrigen Zunge und die scharfen Klauen an den Vorderbeinen sind geeignete Werkzeuge, um die Termiten aus ihren Bauen zu holen. Die langen harten Haare und der buschige Schwanz halten Regen ab und verhindern Verletzungen durch scharfe Dornen in ihrem natürlichen Lebensraum. Da sie in diesem stark bedroht sind, gibt es ein europäisches Arterhaltungsprogramm (EEP) und ein weltweites Zuchtbuch.

Quelle: PM Zoo Halle