Erste junge Strahlenschildkröte im Zoo Basel

Im Zoo Basel wächst zum ersten Mal eine Strahlenschildkröte auf. Das fast kugelförmige Schildkrötchen ist bereits am 4. Dezember 2016 aus dem Ei geschlüpft. Es wurde seither hinter den Kulissen des Vivariums liebevoll gepflegt und ist nun alt genug für ein eigenes kleines Schauterrarium.

Das golfballgrosse Schildkrötchen ist der beste Beweis für den Erfolg der in den letzten Jahren verbesserten Schildkrötenhaltung im Vivarium. Die Pflege der sehr selten gewordenen und in der Natur stark bedrohten Strahlenschildkröten hat im Zoo Basel seit Jahrzehnten Tradition.

Sommerferien auf der Aussenanlage
Seit 1976 leben Strahlenschildkröten im Vivarium. 1995 kamen aus einer beschlagnahmten illegalen Einfuhr mehrere junge Exemplare zu der bereits alt eingesessenen Gruppe hinzu. 2013 erhielten die Schildkröten eine neu gestaltete Aussenanlage für die warmen Sommermonate, die Fütterung wurde auf faserreichere, kalorienärmere Nahrung umgestellt und die Beleuchtung der Innenanlage verbessert. Im Herbst 2014 kamen weitere fünf halbwüchsige Schildkröten dazu, ebenfalls aus einer Beschlagnahmung. Die Aussenanlage erwies sich als Knüller: Schon im Winter nach der ersten „Sommerfrische“ legten die Strahlenschildkröten mehrere Eier, die allerdings zunächst noch unbefruchtet waren oder bereits nach einigen Wochen abstarben. Am 4. Dezember 2016 schlüpfte dann die bisher einzige Strahlenschildkröte aus Zucht des Basler Zoos.

Zahn auf der Nase
Schildkröten schneiden beim Schlüpfen die Eischalen förmlich mit einem „eingebauten Büchsenöffner“ auf: Über dem Mäulchen sitzt ein spezieller Ei-Zahn, mit dem das junge Reptil die Eischale von innen aufritzt. Das Schlüpfen ist für die Schildkröte ein hartes Stück Arbeit, es kann Stunden dauern, bis sie sich aus der recht harten Eierschale gekämpft und an die Erdoberfläche gegraben hat. Danach ist am Bauch des Schlüpflings noch ein Rest von Dotter zu sehen, der in den ersten Tagen als Nahrungsreserve verbraucht wird.

In der Natur bedroht
Strahlenschildkröten gehören mit ihrer hübschen, sternförmigen Zeichnung aus gelben Linien auf schwarzem Grund und dem hoch aufgewölbten Rücken zu den wohl schönsten Schildkröten. Sie werden bis zu 150 Jahre alt und über 40 Zentimeter lang. Leider sind ihre natürlichen Bestände im Süden Madagaskars in höchstem Mass bedroht. Zum einen werden die Tiere eingesammelt und zum Verzehr oder als Haustier verkauft, andererseits schwinden die natürlichen Lebensräume durch Abholzung, Überweidung und Holzkohleherstellung. Strahlenschildkröten sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.

Quelle: PM Zoo Basel

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