Flamingoküken im Allwetterzoo Münster

Foto: Allwetterzoo Münster

Am 3. September war die Freude im Allwetterzoo Münster groß: Das erste flauschig-weiße Küken bei den Chileflamingos hatte sich aus dem Ei befreit! Zwei Tage später schlüpfte das zweite von vielleicht 16 Küken. So viele Schlammkegel sind derzeit von Flamingo-Paaren besetzt. Ob alle erfolgreich brüten, zeigt sich in den nächsten Tagen. Warum die Flamingos eine so lange Pause in Sachen Fortpflanzung eingelegt haben, lässt sich schwer feststellen. Vielleicht liegt die neue Lust am Brüten aber an den sieben jungen Flamingos, die in den letzten vier Jahren die münstersche Kolonie verstärkt haben? Während etliche der alten Flamingos sogar schon 40 Jahre alt sind, haben die Neuzugänge erst in diesem Sommer die Geschlechtsreife erlangt, Möglicherweise wurde die Gruppe dadurch zur flamingotypischen Gruppenbalz animiert.

Beim gemeinsamen Balzen kommen die Vögel in Brutstimmung und finden sich nur für den Zweck der Fortpflanzung schließlich zu Paaren zusammen. Von den 46 erwachsenen Chileflamingos in Münster hocken derzeit 32 auf selbsterrichteten kegelförmigen Nestern aus Schlamm. Diese hügelförmigen Bauten stehen dicht an dicht in der Flamingo-Anlage, denn die Vögel sind Koloniebrüter. In die Mulde ihres Kegels legt das Flamingoweibchen meist ein einzelnes Ei, das von beiden Partnern rund 30 Tage bebrütet wird.

Frisch geschlüpfte Flamingo-Küken sehen zart und flauschig aus und haben ein beinahe weißes Dunengefieder. Ihre Beine sind anfangs rosa gefärbt und der Schnabel ist noch gerade. Sind die Küken etwa sieben bis neun Tage alt, werden ihre Beine dunkler bis hin zur Schwarzfärbung der ausgewachsenen Flamingos. Auch die zarten Dunen färben sich grau, bis sie vom endgültigen Gefieder ersetzt werden. Bis der Schnabel der Küken ebenso gekrümmt ist wie bei den Eltern vergehen rund 48 Tage.

Die Flamingo-Küken werden in den ersten zehn Wochen von beiden Eltern mit vorverdautem, flüssigem Futter ernährt, das sie ihnen in den Schnabel träufeln. Dann beginnen die Jungvögel selbständig zu fressen und sind mit etwa zwei Jahren ausgewachsen. Übrigens nehmen Flamingos mit der Nahrung den roten Farbstoff auf, der ihr Gefieder färbt. Er wird während der Mauser in die Federn eingelagert. Im Zoo erhalten die Flamingos ein Spezialfutter, dem Karotinoide zugefügt werden, damit sie rosa bleiben.

Quelle: PM Allwetterzoo Münster