Französin mit dem Namen „Toker“ zieht im Zoo Schwerin ein

Foto: Zoo Schwerin / Brigitte Leonhard

Anfang Februar war es nach fünf Jahren endlich wieder soweit: der Zoo Schwerin erhielt weibliche Verstärkung für sein bis dahin nur aus männlichen Tieren bestehendes Afrikanisches Wildhundrudel. Noch etwas schüchtern verlässt die Französin mit dem Namen „Toker“ aus dem Parc Zoologique Lisieux ihre Transportbox und betritt ihre neue Innenunterkunft. „Toker“ wurde am 22.10.2006 im Boras Djorpark Zoo, Frankreich geboren. Zunächst ohne Kontakt zu den beiden Rüden, soll sie sich in Ruhe an ihre Unterkunft und Pfleger gewöhnen. Danach darf sie die Rüden kennen lernen. Die Zusammengewöhnung von Hundeartigen, zu denen die Afrikanischen Wildhunde gehören, bedarf sehr viel Fingerspitzengefühl. „Toker“ könnte von den Rüden, da sie rudelfremd ist, als Eindringling angesehen und angegriffen werden. Um dies zu verhindern werden die Tiere schrittweise aneinandergewöhnt. Erst nachdem die Tiere am „Schmusegitter“ (Gitter zwischen den Gehegen, an dem die Tiere sich beschnuppern, aber nicht beißen können) keinerlei Aggression zeigen, wird der erste Versuch des Zusammenlassens gewagt. In Lisieux war „Toker“ in der Gruppe selbstbewusst und konnte sich gegenüber ihren Artgenossen durchsetzten. Es bleibt abzuwarten wie sie sich gegenüber unseren beiden Rüden verhält. Mit einem Geschlechterverhältnis von 2:1 (Männchen : Weibchen) entspricht das neue Rudel im Zoo Schwerin demjenigen frei lebender Rudel. Im Rudel pflanzt sich nur das Alpha-Paar fort. Die anderen Rudel-Mitglieder helfen bei der Aufzucht. In freier Wildbahn sind Afrikanische Wildhunde leider stark bedroht. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Afrika leben schätzungsweise nur noch 3.000 bis 5.500 Tiere. Die Lebensraumzerstörung, die Jagd und die Übertragung von Krankheiten durch Haushunde haben die Bestände stark dezimiert. Teilweise sind die Rudel auf so wenige Tiere geschrumpft, dass eine erfolgreiche Jagd und Verteidigung der erlegten Beute, z.B. gegen Löwen, nicht mehr möglich ist und diese Rudel aussterben. Der Zoo Schwerin hofft durch Nachwuchs zum Schutz und Erhalt dieser auch in Zoos seltenen Tierart im Rahmen des EEP-Programms beitragen zu können. Bis die Hündin sich eingelebt hat wird sie für die Besucher noch nicht zu sehen sein.

Quelle: PM Zoo Schwerin / Sabrina Höft