Fünffacher Nachwuchs bei den Brillenpinguinen im Zoo Basel

Brillenpinguinküken – Foto: Zoo Basel

Fünf junge Brillenpinguine
Diesen Spätsommer sind im Zoo Basel fünf Brillenpinguine geschlüpft. Jetzt werden die Küken flügge. Brillenpinguin-Eltern bauen ihr Nest in Höhlen oder unter Gebüschen. Nach dem Schlupf werden die Jungen für zwei bis drei Monate im Nest gefüttert. Im Zoo müssen die Jungtiere dann für ungefähr einen Monat von den Eltern getrennt werden, damit sie lernen, sich selbständig zu ernähren. Seit 2009 unterstützt der Zoo Basel ein Projekt in Südafrika, welches sich für den Schutz und die Erforschung der stark gefährdeten Brillenpinguine einsetzt.

Brillenpinguin-Küken müssen das selbständige Fressen erst lernen. Im Zoo muss die Tierpflegerin dabei etwas nachhelfen und ihnen die Fische einzeln in den Schnabel geben. Zuvor werden die Jungen von den Eltern bis zu drei Monaten lang gefüttert. In der Natur ziehen die Eltern aufs offene Meer, wenn ihre Jungen flügge werden und verbringen den Winter im Wasser. Die jungen Pinguine müssen sich von da an selber ihr Futter suchen. Der Hunger treibt sie dazu schwimmen zu lernen, Fische zu fangen und zu fressen. Im Zoo muss die Trennung zwischen Eltern und Küken vom Tierpflegepersonal übernommen werden. Deshalb sind die Küken derzeit ohne ihre Eltern in der Futterküche im Lorihaus. Die meisten Jungen würden sonst ihr Futter einfach weiter bei den Eltern Futter erbetteln.

Gefährdete Langstrecken Schwimmer
Die Brillenpinguine werden von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. In den letzten Jahren ist die Population stark zurückgegangen. Bisher ist vor allem der Rückgang der Fische in den Küstennahen Gewässern wegen Überfischung durch den Menschen als grösstes Problem identifiziert worden. Die Pinguine finden nicht genug Nahrung, um ihre Jungen grosszuziehen. Um dem entgegen zu wirken werden mit grossem Aufwand Küken die vom Hungertod bedroht sind von Menschen aufgezogen und wieder in die Kolonie entlassen.

Zoo Basel unterstützt Schutzprojekt
Der Zoo Basel unterstützt ein solches Projekt, welches vom Bristol Zoo ins Leben gerufen wurde. Im selben Projekt werden Pinguine mit GPS-Sendern ausgestattet, was erlaubt viel über die Lebensweise der Pinguine zu erfahren, vor allem wie sich die Tiere während ihrer Zeit auf dem Meer bewegen. Die Distanzen welche die Pinguine zurücklegen, um Futter zu finden sind sehr beeindruckend. Einzelne der mit Sendern ausgestatteten Tiere haben in knapp drei Monaten über 2‘200 km zurückgelegt, unabhängig davon ob sie von Menschen oder von ihren Eltern aufgezogen wurden.

Brillenpinguine leben an den Küsten des Südlichen Afrikas und brüten auf kleinen, küstennahen Inseln oder auf dem Festland. Sie bauen ihre Nester unter Gebüschen oder in selbstgebauten Höhlen und legen normalerweise zwei Eier, meist überlebt aber nur eines der beiden Küken.

Quelle: PM Zoo Basel