Ganz unerwartet: Netzpythons haben im Haus des Meeres Nachwuchs

Foto: Haus des Meeres / Günter Hulla

Foto: Haus des Meeres / Günter Hulla

Unerwarteter Nachwuchs im Haus des Meeres bereitet gleich doppelte Freude! Unsere Pfleger staunten Sonntag früh nicht schlecht, als ihnen neben den großen Tiger- und Netzpythons im Großterrarium noch zwei winzige Exemplare einen „Guten Morgen“ wünschten. Es handelte sich um zwei frisch geschlüpfte Netzpythons, welche erst Stunden zuvor im Schutze der Dunkelheit aus ihren Eiern gekrochen waren.

Die mit bis zu 9m Länge zu den größten Schlangen gehörenden Netzpythons legen, wie auch die großen Tigerpythons, bei uns regelmäßig Eier – je Weibchen und Gelege zwischen 30 und 45! Da diese Riesen unter den Reptilien jedoch ganz spezielle Ansprüche an ihre Pflege stellen und zudem auch ein sehr hohes Alter erreichen, ist es nicht einfach, so viel Nachwuchs in anderen Zoos unterzubringen. Ganz im Gegenteil, fast täglich sehen sich Institutionen wie Zoos und Tierheime mit von ihren Besitzern unerwünschten Großschlangen konfrontiert – auch unsere Tiere sind allesamt „verstoßene Haustiere“, welche abgegeben, beschlagnahmt oder sogar ausgesetzt wurden.

Zur „Geburtenkontrolle“ werden deshalb in der Regel die Eier unmittelbar nach der Ablage dem Terrarium entnommen und nicht ausgebrütet. Das Weibchen nimmt vom Fehlen der Eier keinerlei Notiz, bleibt jedoch trotzdem ganze drei Monate zusammengeringelt am Nistplatz liegen, um das (nicht vorhandene) Gelege zu verteidigen und zu erbrüten – unter Reptilien eine sehr seltene Form von intensiver Brutpflege.

In unserem speziellen Fall haben wir zwei Eier übersehen. Kein Wunder, Frau Mama misst über 5m und wiegt dabei ca. 80kg. Unter so einem Knäuel können zwei gänseeigroße Eier durchaus unentdeckt bleiben. Und so brütete unser Netzpythonweibchen völlig ohne die sonst meist nötige technische Hilfe klammheimlich zwei Junge aus – echte Naturbruten also. Ein Zeichen, dass unser Mikroklima im Terrarium der Natur gleicht. Wir freuen uns natürlich sehr über diese beiden wunderschönen Überraschungen, welche mit 70cm Länge und 150g Gewicht für Babyschlangen schon ganz schöne Bröckerln sind, neben ihren Eltern aber wie Miniaturausgaben wirken. Unsere Besucher können nun dabei zusehen, wie sie in einem eigenen Terrarium im 1. Stock heranwachsen.

Quelle: PM Haus des Meeres