Gemeinschaftsprojekt fördert Jugendliche im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück

Sozialkompetenztraining im Zoo: Zwölf Jugendliche nahmen an einem einwöchigen Workshop teil, den die Volkshochschule Osnabrück gemeinsam mit der Leiterin der Schulwerkstatt vom „Haus Neuer Kamp“ und dem Zoo Osnabrück ins Leben gerufen hat.

Ziele des vom Bundesministerium für Forschung und Bildung geförderten Projektes waren unter anderem, die Sozialkompetenz der Teilnehmer zu erweitern, Teamgeist und Aufmerksamkeit zu fördern sowie das Problemlösungsdenken zu stärken: „Wir haben jeden Tag einen anderen Schwerpunkt gesetzt, zum Beispiel Orientierung, Kommunikation oder Tierbeobachtung. Vormittags begleitete uns eine Zoopädagogin in die Tierwelt und nachmittags konnten die Teilnehmer das Erlebte künstlerisch in Kreativseminaren umsetzen. Dabei sind wunderschöne Tier- und Pflanzenskizzen entstanden, aber auch selbst bemalte Taschen“, berichtet Marlies Knieper, Projektleiterin und Leiterin der Schulwerkstatt vom „Haus Neuer Kamp“. „Die Teilnehmer haben es sehr genossen, sich ohne Druck selbst zu erleben und die eigenen Talente auszuprobieren. Dadurch konnten spürbar Ängste und Unsicherheiten überwunden werden.“ Denn die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren verbindet etwas Gemeinsames: Sie alle wohnen im „Haus Neuer Kamp“, das ein Zuhause für Kinder und Jugendliche bietet. Die Situation der Jugendlichen sei nicht einfach, denn sie seien besonderen Belastungen ausgesetzt, so Knieper weiter. „Eine Teilnahme an diesem Projekt war für die Jugendlichen nur deshalb möglich, weil es in einem geschützten Rahmen stattfand, in dem die Jugendlichen sich sicher und aufgehoben gefühlt haben“, erklärt die erfahrene Pädagogin. Als weitere Lehrer und Coaches haben Herr Borsutzky und Frau Heyen von der Schulwerkstatt den Workshop pädagogisch und kreativ mit unterstützt.

Zoo nicht „nur“ Freizeiteinrichtung
Doch warum wurde ausgerechnet der Zoo als Seminarort ausgewählt? „Der Zoo ist als Bildungseinrichtung im Rahmen der tiergestützten Pädagogik ein perfekter Ort für einen derartigen Workshop. Über die Tiere können die Teilnehmer Zugang zu ihren eigenen Emotionen finden. Gerade der fast direkte Kontakt mit ihnen, beispielsweise während der Seelöwenfütterung, war für die Jugendlichen eine große Bereicherung“, erläutert Knieper. Auch Zoopräsident Reinhard Sliwka betont die Rolle des Zoos als außerschulischen Lernort: „Wir freuen uns sehr, dass der Zoo im Rahmen solcher Projekte einen Beitrag zur Unterstützung von Jugendlichen leisten kann, der weit über die reine Vermittlung von tierischem Wissen hinausgeht. Die Tierwelt kann positive Anreize geben, über sein eigenes Verhalten nachzudenken.“ Der Workshop wurde gemeinsam von der Volkshochschule Osnabrück, dem „Haus Neuer Kamp“ und dem Osnabrücker Zoo im Rahmen des Ferienbildungsprogramms „Talentcampus“ ins Leben gerufen. „Für die Beantragung der Fördergelder brauchte die Volkhochschule zwei kompetente Partner. Mit dem ‚Haus Neuer Kamp’ konnten wir Kontakt zu potenziellen Teilnehmern herstellen und der Zoo bot sich als Familieneinrichtung mit Bildungsauftrag hervorragend an. Wir sind mit dem Projektverlauf sehr zufrieden“, erklärt Eberhard Ripke, zuständiger Projektkoordinator der Volkshochschule Osnabrück.

Zum Abschluss des Workshops erhielten alle Teilnehmer eine Teilnahmebescheinigung, einen Schlüsselanhänger mit Gruppenfoto, die selbst gestaltete Tasche und eine Foto-CD als Erinnerung.

Hintergrundinformationen zum Programm:
Der talentCAMPus ist ein ganztägiges Ferienbildungsprogramm ein- oder mehrwöchiger Dauer für 10 bis 18-jährige Kinder und Jugendliche.
Eine Volkshochschule führt einen talentCAMPus gemeinsam mit mindestens zwei Bündnispartnern durch. Einer der Partner muss dabei über einen direkten Zugang zur Zielgruppe sowie die Möglichkeit zur Ermittlung von Bildungsbedarfen verfügen (z.B. Schul- und Jugendämter, Jugendmigrationsdienste, Schulfördervereine, Jugendzentren oder Migrantenselbstorganisationen). Der andere Partner sollte das Bündnis durch seine Kompetenzen im kulturellen Bereich erweitern (z.B. Musikschulen, Bibliotheken, Stiftungen, Hochschulen, Jugendkunstschulen und andere lokale Einrichtungen kultureller Bildung).
Durch das niedrigschwellige und kostenfreie Angebot talentCAMPus sollen primär Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus erreicht werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen im Allgemeinen nicht in für sie völlig neuen Gruppen an den Maßnahmen teil, sondern ihnen wird gemeinsam mit Gleichaltrigen, die sie aus der Schule, aus dem Jugendtreff oder aus anderen Zusammenhängen kennen, eine positive Lernerfahrung ermöglicht.

Quelle: PM Zoo Osnabrück