Gibbonnachwuchs im Zoo Osnabrück

Foto: Zoo Osnabrück / Lisa Josef

Als die Tierpfleger vor zwei Wochen morgens in das Menschenaffenhaus kamen, hatte Lenchen ihr Kleines bereits fest am Bauch und abgetrocknet. „Die Gibbon-Jungtiere kommen fast nackt zur Welt und erinnern ein wenig an Nacktmulle“, beschreibt Tierpfleger Daniel Menken vom Zoo Osnabrück. „Zwei Wochen nach der Geburt hat das Kleine aber schon ein dünnes Fell, das seidig golden glänzt.“ Gibbons gehören zu den Kleinen Menschenaffen und sind stark vom Aussterben bedroht. Deswegen freut sich der Zoo Osnabrück besonders über den Nachwuchs, der bereits der vierte ist, seit Mutter Lenchen vom Zoo Hannover nach Osnabrück kam. „Lenchen ist eine erfahrene Mutter. Sie ist 25 Jahre alt und umsorgt das Kleine wirklich vorbildlich“, lobt Menken.

Noch wissen die Tierpfleger nicht, ob das Jungtier ein Junge oder Mädchen ist, deswegen ist es auch noch namenslos. Das Geschlecht der erwachsenen Gibbons lässt sich anhand der Fellfarbe unterscheiden: „Männchen haben ein dunkles Fell, Weibchen ein helles. Jungtiere kommen grundsätzlich mit hellem Fell auf die Welt, aber nach einem dreiviertel Jahr verfärbt sich das Haar dunkel. Im Alter von sechs Jahren erhält es dann die endgültige Farbe je nach Geschlecht“, erklärt der Tierpfleger. Doch egal, ob Junge oder Mädchen, das jüngste Familienmitglied wird rührend umsorgt: „Die älteste Tochter Carusa kümmert sich wie eine Tante um das Kleine. Sie hilft beim Fellsäubern oder kuschelt mit dem Baby. Auch Vater Otti kommt immer wieder zu Lenchen und schaut, ob es dem Nachwuchs gut geht“, beobachtete Menken.

Noch hängt dieser fest am Bauch der Mutter – auch wenn sich diese im rasanten Tempo von Seil zu Seil schwingt und ihren durchdringenden Gibbongesang anstimmt. Mit dem lauten Rufen, das einer Alarmanlage Konkurrenz macht, verständigen sich die Tiere innerhalb der Familie und markieren ihr Territorium. Das Baby hört aufmerksam zu, um später auch in den Gesang einstimmen zu können – bis jetzt ist jedoch nur leises Meckern zu hören, wenn Mutter Lenchen die Brust wechseln will.

„Das Kleine entwickelt sich sehr gut und ist schon sehr aufmerksam. So beobachtet das Baby seine Mutter, wenn diese Gemüse frisst. Es greift sogar schon nach dem Futter, als wolle es fragen: Mama, was ist das denn, was Du da frisst?“, lacht Menken. Einzig die Mutter macht den Tierpflegern gerade Sorgen: sie hat Durchfall. „Leider füttern manche unserer Besucher die Tiere mit Popcorn, davon werden sie krank. Bitte geben Sie unseren Tieren nichts zu fressen, auch wenn sie betteln. Sie bekommen bei uns alles, was sie brauchen“, betont der Tierpfleger.

Quelle: PM Zoo Osnabrück