Giftschlangen im Wilhelma-Terrarium

Foto: Wilhelma/Joschka Schulz

Foto: Wilhelma/Joschka Schulz

Unbeweglich liegen die zwei Gabunvipern zwischen dem Laub in ihrem Terrarium in der Wilhelma. Ihre Zeichnung macht sie fast unsichtbar. Dass sie sich auch blitzschnell bewegen können, wird vor allem bei den alle zwei Wochen stattfindenden Fütterungen deutlich. „Gabunvipern sind Lauerjäger. Sie können stundenlang bewegungslos zwischen Blättern am Boden liegen und warten, bis ein Beutetier vorbei kommt“, berichtet Revierleiter Harry Aberle. Kommt ein kleines Säugetier in ihre Reichweite, schnellen die afrikanischen Vipern mit bis zu 85 Kilometern in der Stunde vor und schlagen ihre Zähne in ihr Opfer.

Auf den ersten Blick sind Gabunvipern zwar unscheinbar, doch vereinen sie manch einen Rekord auf sich. Mit bis zu achtzehn Kilogramm Körpergewicht sind sie die schwersten Giftschlangen der Welt. Ihr Körper ist mit bis zu eineinhalb Metern zwar nicht besonders lang, aber sie sind sehr gedrungen. Dafür suchen ihre Giftzähne mit über fünf Zentimetern ihresgleichen. Auch die Giftmenge, die eine Gabunviper produzieren und mit einem Biss injizieren kann, ist die größte in der ganzen Schlangenwelt.
Grundsätzlich wird Gabunvipern ein ruhiges Gemüht nachgesagt. „Wie bei uns Menschen, gibt es aber auch hier individuelle Unterschiede“, weiß Aberle. „Darum ist beim Umgang mit den Tieren immer Vorsicht geboten. Ein Biss ist, ohne Behandlung, in jedem Fall tödlich.“ Zu Unfällen mit den Schlangen kommt es vor allem, weil sie in ihrem natürlichen Lebensraum, den tropischen Regenwäldern Afrikas, sehr gut getarnt sind. Tritt man auf eine Gabunviper, wehrt sie sich und beißt zu.

Ihren Namen trägt die giftige Viper, weil ihre Erstbeschreibung anhand eines Tieres erfolgte, welches im westafrikanischen Gabun gefunden wurde. Die Einzelgänger begegnen sich in der Regel nur zur Paarungszeit. Treffen zwei Männchen auf ein Weibchen, messen sie sich bei Schaukämpfen und Buhlen so um ihre Gunst. Nach einer Tragzeit von sieben bis zwölf Monaten gebiert das Weibchen im Schnitt 40 Jungtiere.

Interessant hierbei ist, dass Gabunvipern eilebengebärend sind. Das bedeutet, die Jungtiere entwickeln sich im Mutterleib in einem Ei, dessen Schale aber nicht verkalkt, also weich bleibt. Beim Geburtsvorgang reißt diese Eihaut auf und die Schlangen erblicken voll entwickelt das Licht der Welt. Giftdrüsen und -zähne sind bei ihnen schon voll ausgebildet und funktionsfähig. Im Wilhelma-Terrarium leben derzeit zwei Gabunvipern.

Quelle: PM Wilhelma